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Kaarst
FDP: "Wir brauchen ein viertes Seniorenheim"

Kaarst. Der demografische Wandel macht auch vor Kaarst nicht Halt. Deshalb ist für die Freien Demokraten klar, dass an der Errichtung eines weiteren Seniorenheims kein Weg vorbeiführen wird. Von Dagmar Fischbach

Die Menschen in Kaarst werden älter. "Die Bevölkerungsvorausberechnung für die Stadt zeigt, dass wir im Jahr 2030 rund 5500 Einwohner haben werden, die mindestens 80 Jahre alt sind", sagt der stellvertretende FDP-Vorsitzende Günter Kopp. Und weiter: "Wenn wir davon ausgehen, dass nur zehn Prozent davon pflegebedürftig sein werden - und das ist eine zurückhaltende Schätzung - wird ganz deutlich, dass wir dann eine vierte Senioreneinrichtung in der Stadt brauchen werden."

Aktuell verfügt Kaarst in den drei Seniorenheimen St. Aldegundis, Johanniter Stift und Vinzenz Haus über 267 Pflegeplätze inklusive Kurzzeitpflegeplätzen und 24 spezielle Pflegeplätze für Demenzkranke. "Der demografische Wandel ist in vollem Gange, und es ist absehbar, dass wir dieses Angebot ausbauen müssen. Gerade im Bereich der Betreuung von Patienten mit Demenz. Deren Zahl wird steigen", sagt die stellvertretende sozialpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Beate Kopp.

Im Sozialausschuss hatte sich die Partei deshalb dafür ausgesprochen, die Entscheidung über die Vergabe des Grundstücks "Am Dreeskamp" an den Verein Cohousing Kaarst zu vertagen und zunächst den für Anfang nächsten Jahres erwarteten Sozialplan Alter abzuwarten (die NGZ berichtete) "Wir sind grundsätzlich für das Cohousing-Projekt. Ein Wohnkomplex für Jung und Alt mit bezahlbarem Wohnraum und dem Sinn, sich gegenseitig zu unterstützen, ist auf jeden Fall eine Bereicherung für Kaarst", betont Günter Kopp. Wichtig sei aber, darüber die Möglichkeit zur Errichtung einer weiteren Senioreneinrichtung in der Stadt nicht aus den Augen zu verlieren. "Dafür ist Cohousing kein Ersatz. Das ist ein ganz anderes Konzept", so Kopp. Bisher gebe es für aber noch keinen alternativ angedachten Standort für ein Seniorenheim. Auch im Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept (IEHK) für die Kaarster Innenstadt sei keine solche Einrichtung vorgesehen.

"Gerade für ältere Menschen ist es aber wichtig, zentral zu leben. Denn nicht nur Kinder, auch alte Menschen haben kurze Beine. Die Einrichtungen des täglichen Lebens in unmittelbarer Wohnortnähe zu haben und sie schnell erreichen zu können, ist mit zunehmendem Alter immer relevanter", erläutert Beate Kopp. Sie plädiert deshalb dafür, den Standort für eine vierte Senioreneinrichtung möglichst im zentralen Innenstadtbereich anzudenken. Diese Lage würde gerade den hochaltrigen Menschen Lebensqualität und Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen.

Bislang war das Grundstück "Am Dreeskamp" für eine vierte Senioreneinrichtung in Kaarst vorgehalten worden. Würde das Projekt Cohousing dort realisiert, stünde es dafür nicht mehr zur Verfügung. Die FDP fürchtet nun, dass die Option eines weiteren Heims in Kaarst mit der Vergabe des Grundstücks aus dem Blick geraten könnte. "Es ist deshalb sinnvoll, den Sozialplan Alter abzuwarten. Dann kann abschließend beurteilt werden, ob eine vierte Senioreneinrichtung gebraucht wird."

Quelle: NGZ
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