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Kaarst
Festliche Messe für fünf neue Diakone

Festliche Messe für fünf neue Diakone in der Kirche St. Martinus
Zum Ritual der Diakonweihe gehört es auch, dass sich die Männer auf den Boden legen und ihre Demut vor Gott damit zeigen. FOTO: Georg Salzburg
Kaarst. Zum Gottesdienst in St. Martinus kamen Hunderte von Menschen, um die Weihe von fünf Männern zu Diakonen mitzuerleben. Von Elisabeth Keldenich

In der voll besetzten Kirche St. Martinus bot sich am Sonntag ein beeindruckendes Bild: Fünf in weiß gekleidete Männer lagen ausgestreckt vor dem Altar. Sie bezeugten so ihre Bereitschaft, sich auf ihrem Weg zum Priester Gottes Willen anzuvertrauen. Anschließend weihte der Kölner Weihbischof Ansgar Puff sie zu Diakonen, indem er ihnen seine Hände auflegte und ein Gebet sprach.

Diese Handlung geschah in Stille. "Das Große ereignet sich im Kleinen", hatte der Spiritual des Erzbischöflichen Priesterseminars in Köln, Domkapitular Prälat Josef Sauerborn vor Beginn der Messe erläutert. Das Anlegen von Querstola und liturgischem Gewand und das Überreichen des Evangeliars vervollkommneten den Weiheritus. Zuvor versprachen die Neugeweihten ihrem Bischof Ehrfurcht, Gehorsam und die Ehelosigkeit.

Der festliche Gottesdienst wurde musikalisch von der Schola des Collegium Albertinum und des Erzbischöflichen Priesterseminars Redemptoris Mater in Bonn unter der Leitung von Kantor Thomas Höfling umrahmt. An der Orgel saß Kantor Matthias Haarmann.

In seiner Predigt ging Weihbischof Puff auf die wesentlichen Aufträge der neuen Diakone ein: auf Gott zu hören, sich leiten zu lassen vom Geist und den Menschen das Geschenk des Glaubens zu vermitteln. Dazu sollen sie "eine neue Sprache der Liebe sprechen, die jeder Mensch versteht", so Puff.

Professor Alexander Krylov (45), seit Oktober vergangenen Jahres in St. Martinus tätig, hatte schon eine beachtliche Karriere als Wissenschaftler hinter sich, bevor er sich endgültig für Gott öffnete. "Mein Herz schlug schon lange für ihn, mein Verstand war dagegen", erzählt er. Dominik Rieder (30), aus der Pfalz stammend, war schon früh von seinem Heimatpfarrer zum Priesterberuf ermuntert worden. Zunächst wollte er eigentlich Polizist werden. Eine Wallfahrt nach Israel 2009 brachte die Wende.

Auch für Pawel Milerski (29) aus Polen war nach rebellischen Jugendjahren eine Reise zu den Weltjugendtagen 2000 und 2002 das entscheidende Glaubenserlebnis. Francisco Javier del Rio Blay (30) aus Valencia erlebte den Weltjugendtag 2005 in Köln ebenfalls als richtungsweisende Entscheidung auf seinem Lebensweg. Hrvoje Busic (37) aus Kroatien hingegen fand durch eine Sinnkrise zu einem neuen Weg zum Glauben. Dass er in dieser Zeit zwei Priester als Anhalter mitnahm, war für ihn kein Zufall. "Das war Gottes Ruf: Ich soll ein Apostel sein", befindet er.

Im Anschluss an die Messe bildete die gesamte Festgemeinde eine beeindruckende Prozession und zog von Blasmusik begleitet zum Schützenzelt. Dieses war vom Festausschuss St. Martinus liebevoll mit Blumen und den Fahnen der Herkunftsländer der Diakone geschmückt worden. Bei Essen und Trinken nahmen hier die Neugeweihten die zahlreichen Glückwünsche entgegen und alle Gäste genossen die fröhliche und unbeschwerte Stimmung in der großen Gemeinschaft.

Quelle: NGZ
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