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Kaarst
Flüchtlings-Schicksale Thema bei Liberalen

Kaarst: Flüchtlings-Schicksale Thema bei Liberalen
Heinrich Thywissen (M.), Vorsitzender der FDP Kaarst, begrüßte Otto Fricke vom Bundesvorstand (re.) und den Bezirks-Vorsitzenden Bijan Djir-Sarai. FOTO: ATI
Kaarst. Beim Neujahrsempfang der FDP sieht Bezirksvorsitzender Djir-Sarai die Partei gut aufgestellt.

Die Worte taten den Liberalen auf dem Neujahrsempfang der Kaarster FDP gestern Nachmittag gut: "Vor zwei Jahren habe ich Ihnen Mut gemacht, und mittlerweile ist die FDP wieder da - neu aufgestellt, frischer, unabhängiger", sagte Bijan Djir-Sarai, Vorsitzender der Liberalen im Bezirk Düsseldorf. Das große Thema aber lautete gestern "Flüchtlinge". Auch sechs Menschen, die in Kaarst Schutz suchten, kamen zu Wort.

Der FDP-Vorsitzende Heinrich Thywissen bedankte sich bei allen, die zur menschenwürdigen Unterbringung der rund 800 Flüchtlingen in Kaarst beigetragen haben. Und er appellierte an die Opferbereitschaft der Sportvereine, die zum Teil auf Hallenzeiten verzichten müssen. Dr. Hermann Verfürth, stellvertretender FDP-Vorsitzender im Rhein-Kreis Neuss, berichtete von seinen Erfahrungen als Arzt im Umgang mit den Flüchtlingen. Tuberkulose, Läuse und Krätze kämen vor, behandelt werden müssen auch Menschen mit Schussverletzungen. "Gerade die jungen alleinreisenden Männer leiden unter posttraumatischen Störungen, sind abhängig von Psychopharmaka." Sie hätten Schreckliches erlebt:

Ein Flüchtling war dabei, als sein Vater geköpft wurde. Andere Flüchtlinge hätten von einem Kleinkind berichtet, das durch sein Weinen beinahe die Flucht vereitelt hätte: "Zwei Männer haben das Kind dann kurzerhand ins Meer geworfen." Die Stellvertretende Bürgermeisterin Uschi Baum hatte sechs junge Flüchtlinge mitgebracht, die sich kurz vorstellten, darunter Karim aus Syrien. Der 21-Jährige besucht seit fünf Monaten Deutschkurse und konnte sich schon erstaunlich gut ausdrücken. Was Uschi Baum unter anderem beklagte: "Deutschkurse werden nur bis zu einem bestimmten Level finanziert." Sie verriet, dass das Anspruchsdenken der Flüchtlinge in Einzelfällen schon recht hoch sei. Otto Fricke, Mitglied im FDP-Bundesvorstand, griff Angela Merkels Credo "Wir schaffen das" auf: "Wir alle sind da gefragt."

(barni)
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