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Kaarst
Flüchtlingshilfe feiert ein Sommerfest

Kaarst: Flüchtlingshilfe feiert ein Sommerfest
Gemeinsam genießen und sich Austauschen beim Sommerfest der Flüchtlingshilfe auf dem Sportplatz in Büttgen. FOTO: Anja Tinter
Kaarst. Das "Fest unter Freunden" in Büttgen brachte Menschen verschiedener Kulturen zusammen. Von Rudolf Barnholt

Das Sommerfest der Flüchtlingshilfe Kaarst machte seinem Namen alle Ehre: Die Sonne war Dauergast über dem Sportplatz hinter der Feuerwache. Und das Fest war gut besucht, diente auch dem Erfahrungsaustausch und der gegenseitigen Motivation - und für die Flüchtlinge, die landestypische Speisen zubereitet hatten, war es eine willkommene Abwechslung.

"In anderen Städten gibt es auch Menschen, die sich um Flüchtlinge kümmern, aber hier in Kaarst funktioniert das schon besonders gut", lobte Kreisdirektor Dirk Brügge. Die Vorsitzende der Flüchtlingshilfe, Uschi Baum, war ebenfalls zufrieden - nicht zuletzt wegen der vielen zuverlässigen Mitstreiter. "Es ist eine sehr zeitintensive, aber befriedigende Arbeit", erklärte Wolfgang Buck. Der 2. Vorsitzende Wolfgang Mielke freut sich, dass bei der Organisation der Umzüge mittlerweile alles rund läuft: "Der Bosch-Dienst Hütten in Kaarst stellt uns immer einen Anhänger zur Verfügung, die Flüchtlinge packen mit an und wir haben mittlerweile sehr viele Werkzeuge." Nicola Lohmann und Sabine Schrills sind in schwieriger Mission unterwegs: Sie haben den Wohnungsmarkt genau im Visier, und es wird immer schwerer, Menschen aus den städtischen Unterkünften in normale Wohnungen zu vermitteln. Ganz dringend werden aktuell drei Wohnungen für jeweils eine sechsköpfige Familie und eine Wohnung für ein Paar mit fünf Kindern gesucht. Den Begriff "Flüchtlinge" hört Rena Wertheim vom Vorstand der Flüchtlingshilfe nicht gern, sie spricht statt dessen von "Neubürgern". Mohammed aus Syrien ist so ein Neubürger. Der 29-Jährige hat bereits als Maler gearbeitet, beginnt jetzt noch einmal eine Ausbildung für diesen Beruf.

Merfat, die als Palästinenserin in Syrien gelebt hatte, fiel auf: kein Kopftuch über dem langen gesträhnten Haar, rot lackierte Fingernägel, geschminkt. Die 43-Jährige und ihr Mann Nemer hatten als Lehrer gearbeitet, er sogar als Schulleiter. Die zwölfjährige Nichte schmiegte sich an sie. Sie ist mit Mutter und Schwester nach Kaarst gekommen, ihr Vater gilt als vermisst. Mohammed aus Eritrea (27) lebt seit rund zwei Jahren hier, spricht gut Deutsch. Ihm gefällt es in Büttgen - er sei noch nie angefeindet worden und auch er wird sich beruflich neu orientieren müssen. Wolfgang Buck dürfte das gefallen: "Der Flüchtlingshilfe geht es vor allem um die Verselbstständigung der Menschen, die zu uns gekommen sind." Hilfe ist auch künftig erforderlich: Hanno Wilsch weiß, dass bei den Deutschkursen noch Handlungsbedarf besteht - das Beherrschen der Sprache gilt als Voraussetzung, um im Berufsleben Fuß zu fassen.

Quelle: NGZ
 
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