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Kaarst
Flüchtlingshilfe setzt sich für Zugang zu Hochschulen ein

Kaarst. Die Flüchtlingshilfe Kaarst setzt sich verstärkt dafür ein, jungen Asylsuchenden, die in ihren Herkunftsländern bereits ein akademisches Studium aufgenommen hatten, den Zugang zu deutschen Hochschulen zu erleichtern. "Da ist viel Potenzial vorhanden, das unserem Land sonst verloren geht", fürchtet Ursula Baum.

Die Vorsitzende des Vereins Flüchtlingshilfe Kaarst hat nun annähernd 20 junge Flüchtlinge mit Vertretern der Fachhochschule Niederrhein und der FH Düsseldorf sowie der Otto-Benecke-Stiftung und dem Jugendmigrationsdienst (JMD) des Rhein-Kreises Neuss zusammengebracht. Unter den jungen Frauen und Männern im Alter zwischen 19 und 32 Jahren waren angehende Juristen und Apotheker, Informatiker und Elektrotechniker, die ihre Ausbildung in Deutschland jedoch nicht ohne Weiteres fortsetzen können. Um hierzulande studieren zu dürfen, müssen sie ein Sprachlevel nachweisen, für das üblicherweise sechs Kurse erforderlich sind. "Finanziell gefördert werden aber nur drei Sprachkurse, außerdem dauert es viel zu lange, bis die jungen Leute alle sechs Kurse absolviert haben", kritisiert Baum. Die Alternative dazu ist wiederum teuer. "Das gelingt nur durch großzügige Patenschaften", erklärt sie. Die FH-Mitarbeiter informierten über Studiengänge und Zugangsvoraussetzungen. Inci Erdogan vom JMD nahm die Daten der jungen Flüchtlinge auf, um der Otto-Benecke-Stiftung Vorschläge für eine Förderung zu machen. Auch andere Hilfe ist willkommen: "Eine Kaarsterin unterstützt einen jungen Gasthörer der Uni Düsseldorf, indem sie ihm die Hälfte der Kosten für das Monatsticket zuschießt", berichtet Ursula Baum, die sich weiter für die gebildeten jungen Zuwanderer einsetzen will. "Sie können wichtig für die Zukunft unseres Landes sein", führt sie aus, "das werden mal Steuerzahler."

(susa)
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