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Kaarst
Flüchtlingshilfe will sich auflösen

Kaarst: Flüchtlingshilfe will sich auflösen
Rony Nounoo (hinten, Mitte4.v.l.) wurde zum Schatzmeister gewählt. Uschi Baum (5.v.l.) bleibt Vorsitzende. FOTO: Flüchtlingshilfe
Kaarst. 2018 soll das letzte Jahr der Flüchtlingshilfe Kaarst sein - das wurde jetzt bekannt gegeben.

Mit neuem Schatzmeister und viel Elan startet die Flüchtlingshilfe Kaarst in das letzte Jahr ihrer Vereinsarbeit. Mitglieder und Gäste der Jahreshauptversammlung waren von dieser Ankündigung nicht überrascht.

Uschi Baum, wiedergewählte erste Vorsitzende, betonte bei der Mitgliederversammlung, dass es nach mehr als drei Jahren Zeit sei, die 'Hilfe zur Selbsthilfe' für Kaarster Neubürger auslaufen zu lassen: "Unsere Mitglieder und Förderer haben großartige Arbeit geleistet. Die Mehrheit der geflüchteten Menschen hier in Kaarst ist wahrhaftig angekommen, ist Willens, sich einzubringen und an der Gemeinschaft teilzuhaben", begründete Baum die Entscheidung. In der Leistungsgesellschaft Deutschland sei eine aktive Mitarbeit unerlässlich. "Die Folgen von Passivität haben wir in zahlreichen Beratungsstunden deutlich vermittelt", hob Uschi Baum hervor.

Die Flüchtlingshilfe hat seit ihrer Gründung im Jahr 2015 jene Lücke gefüllt, die Stadtverwaltung und weitere Institutionen in der Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen aus 27 Staaten damals nicht sofort leisten konnten. Dies bestätigte auch Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus in ihrer Dankesrede zu Beginn der Sitzung. Sie betonte die Bedeutung der deutschen Sprachkenntnisse, dem Willen zur aktiven Integration, der Anerkennung der Werte, die in Deutschland gelebt würden und im Grundgesetz verankert seien. Man habe seit damals Verwaltungslücken schließen und neue Strukturen aufbauen können.

Für Wolfgang Mielke, wiedergewählter zweiter Vorsitzender, und seine Vereinskollegen sind diese Prozessoptimierungen in Zusammenarbeit mit dem Rathaus und Einrichtungen in Kaarst deutlich zu spüren. Er dankte allen Beteiligten für die gute Kooperation.

Zum neuen Schatzmeister wurde der Syrer Rony Nounoo gewählt (30 J., Bild Mitte, Reihe hinten), der seit 2015 in Kaarst lebt und arbeitet und ein Beispiel guter Integration ist. Das neue Vorstandsteam freut sich auf die kommenden Aufgaben, besonders auf das im Juli stattfindende, große Kaarster Fest "Viele Nationen- eine Stadt".

Quelle: NGZ
 
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