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Kaarst
Flüchtlingszahl in Kaarst stagniert

Kaarst. Gerade mal ein Flüchtling wurde der Stadt Kaarst im Monat April zugewiesen. "Die Zahl der Neuzugänge geht gen Null", erklärte Frank Schnitker vom Sozialamt denn auch den Mitgliedern des Sozialausschusses in einem generellen Bericht über die Situation der Flüchtlinge in der Satdt.

Demnach leben zurzeit insgesamt 650 Flüchtlinge in Kaarst, davon befinden sich 398 in einem laufenden Asylverfahren oder haben eine Duldung. Sie werden in acht städtischen Einrichtungen, sieben stadteigenen Wohnungen, 75 angemieteten Wohnungen sowie 46 privat angemieteten Wohnungen untergebracht. Bei den Flüchtlingen handelt es sich um Menschen aus 31 Staaten, die meisten kommen aus Afghanistan, gefolgt von Irak und Syrien, berichtete Frank Schnitker weiter.

Sozialdezernent Sebastian Semmler ergänzte zudem: "Wir haben einen überraschend hohen Anteil an ausreisepflichtigen Menschen." Für diese gebe es aber keinerlei Leistungen vom Land NRW, führte er aus. Dieser Status betreffe 122 Personen, für die die Stadt pro Monat 106.000 Euro aufwenden müsse. Es handele sich vor allem um Menschen aus Albanien, sagte Semmler, dem ehemaligen Jugoslawien sowie Eritrea. In den vergangenen vier Monaten seien 16 Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive nach Albanien zurückgekehrt.

Beate Kopp (FDP) fragte nach Anreizen, um Menschen zu bewegen, in ihr Heimatland zurückzukehren. "Früher gab es so etwas wie einen Mitnahmeeffekt: Die Menschen nahmen das Angebot für Rückkehrer in Anspruch, um dann später erneut nach Deutschland zu kommen." Mit dem Status "abgelehnt" dürften sie aber nicht mehr zurück, was die Bereitschaft, freiwillig zurückzukehren, nicht gerade erhöhe, hieß es.

"Es geht dabei um die Armutsproblematik", erklärte Semmler, und Anneli Palmen von der SPD mahnte: "Man muss auch an die Kinder denken." Sebastian Semmler erklärte, es gebe sogar noch Flüchtlinge, die im letzten Balkankrieg nach Kaarst gekommen seien. Deren Kinder seien zum Teil hier geboren, hätten keinen Bezug zu ihrem Heimatland. Er appellierte daran, auch die Schicksale hinter den nackten Zahlen zu betrachten.

(barni)
 
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