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Kaarst
Flughafen-Gegner im Verein organisiert

Kaarst: Flughafen-Gegner im Verein organisiert
Der neue Vorstand der Initiative "Kaarster gegen Fluglärm" ist nun gewählt worden. Er besteht aus (v. li.): Schriftführerin Anne Thiele, zweiter Vorsitzender Lutz Pollmann, Vorsitzender Werner Kindsmüller, zweiter Vorsitzender Karl-Heinz Kreuels und Kassierer Uwe Grünkemeier. FOTO: Berns, Lothar (lber)
Kaarst. Bislang gab es in Kaarst zwar viele Fluglärmgegner, aber keinen Verband, in dem sie sich organisieren können. Das hat sich jetzt geändert. Zur Gründungsversammlung kamen rund 60 Betroffene in die Gaststätte "Bischofshof". Von Stefan Reinelt

Die Kaarster Bevölkerung bekommt jetzt ihren eigenen Verein gegen Fluglärm. Rund 60 Betroffene trafen sich in der Gaststätte "Bischofshof" zur Gründungsversammlung und wählten Werner Kindsmüller zum ersten Vorsitzenden. Der 60-Jährige hatte die "Initiative Kaarster gegen Fluglärm" in den vergangenen Wochen bereits als Sprecher in der Öffentlichkeit vertreten.

Vor seiner einstimmigen Wahl erläuterte Kindsmüller noch einmal seine Beweggründe: "Die Kaarster Bürger sollen hiermit eine Plattform erhalten, die sie in der Auseinandersetzung mit dem Flughafen stärkt", sagte er. "Bei vielen Gesprächen in der letzten Zeit habe ich erfahren, dass hier etwas passieren muss", so Kindsmüller. Bürgermeister und Politik hätten ihn mit ihrem Zuspruch darin bestärkt.

Die Initialzündung für die Gründung der neuen Bürgerinitiative gab die Informationsveranstaltung des Flughafens Düsseldorf zur geplanten Kapazitätserweiterung im November vergangenen Jahres im Jugendzentrum Bebop. "Diese Veranstaltung war eine Farce. Das Flughafenmanagement ist mit einer Arroganz aufgetreten, bei der man sich die Frage stellen muss, ob sie die betrüblichen Gefühle der Menschen überhaupt ernst nehmen oder nicht", ärgerte sich Kindsmüller.

Der Flughafen möchte eine neue Betriebsgenehmigung beantragen, die ihm eine flexiblere Nutzung der zweiten Startbahn ermöglicht. Konkret sollen dadurch zu Spitzenzeiten auf beiden Bahnen 60 Flieger pro Stunde starten oder landen können statt der bisher erlaubten 45. "Damit möchte der Airport vor allem in den attraktiven Zeiten morgens und abends mehr Angebot schaffen",erläuterte Kindsmüller. Bei dann 256 000 Starts und Landungen im Jahr sei die "Schraube überzogen" und das "Verständnis erschöpft".

Der Kampf gegen den Fluglärm ist nicht neu für die Kaarster. Sie organisierten sich als Untergruppe im Förderkreis Holzbüttgen oder schlossen sich dem umtriebigen Verein "Bürger gegen Fluglärm" aus Meerbusch an. Doch es hätten ihnen die lokalen Identifikationsfiguren gefehlt, erklärte Lutz Pollmann. Der Holzbüttgener ist zukünftig einer von zwei stellvertretenden Vorsitzenden des neuen Kaarster Vereins. "Wir möchten politische Lobbyarbeit leisten, denn darin sehen wir mehr Erfolgschancen als mit Prozessen vor Gericht", sagte er. Als Jurist formulierte Pollmann auch die neue Satzung des Vereins, die von den Anwesenden verabschiedet wurde.

Die Aufgaben der Information und Kommunikation möchte der zweite stellvertretende Vorsitzende Karl-Heinz Kreuels übernehmen. Der Leiter der Volkshochschule Kaarst-Korschenbroich ist erst vor 15 Monaten nach Kaarst gezogen. "Mir war das Thema Fluglärm natürlich bewusst, aber dann war ich dennoch überrascht von dem Ausmaß", sagte Kreuels, der seine Erfahrungen in der Lehre dazu nutzen möchte, die oft komplexen Hintergründe und Zahlenwerke zum Flughafenbetrieb den Bürgern möglichst einfach zu vermitteln.

Komplettiert wird der fünfköpfige Vorstand von Schriftführerin Anne Thiele und Schatzmeister Uwe Grünkemeier.

Quelle: NGZ
 
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