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Kaarst
Fluglärm lässt sich nur mit Technik begrenzen

Kaarst. Im "Roten Salon" der SPD diskutierten Besucher mit Arno Klare, MdB aus Mühlheim/Essen. Von Elisabeth Keldenich

Arno Klare, Bundestagsabgeordneter der SPD aus dem Wahlkreis Mühlheim/Essen machte seinem Namen am Freitag Abend im "Roten Salon" des SPD-Ortsvereins Kaarst alle Ehre: Im Ratssaal fand er klare Worte zum Thema "Fluglärm wirksam reduzieren - Was kann der Gesetzgeber machen?"

Nichts könne weder die Anzahl der Flugzeuge noch die wachsende ökonomische Bedeutung des Flughafens Düsseldorf als Wirtschaftsfaktor verhindern, so Klare. "Wir fliegen ja auch alle", fügte er hinzu. Bei der Begrenzung von Fluglärm gehe es ihm vor allem um Lösungen im technischen Bereich, er nimmt die Flugzeughersteller in die Pflicht. Flugzeuge seien um 80 Prozent leiser als noch vor 30 Jahren, und die Triebwerke würden außer bei Billigfliegern ständig erneuert. Letztere sollten nicht unterstützt werden, meinte Klare. "Billig und laut ist keine Option", sagte er. Außerdem sprach er sich für eine Änderung der Flughöhe aus.

Diesen Lärmverminderungsstrategien widersprach der Vorsitzende des Vereins "Kaarster gegen Fluglärm", Werner Kindsmüller, energisch. Eine wirtschaftliche Sicherung der Fluglinien dürfe nicht auf Kosten der Bürger und ihrer Gesundheit gehen. 37 Flüge zwischen 22 Uhr und Mitternacht seien eine enorme Lärmbelastung, die einzig auf wirtschaftlichen Profit ziele, denn je später die Ankunft eines Fluges, desto höher falle die zu zahlende Gebühr aus. Die geplante Betriebserweiterung der Flughafens lasse weitere Flugbewegungen befürchten, so Kindsmüller. Er sprach sich für ein absolutes Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr aus und forderte Verlagerung von mehr Verkehr auf die Schienen.

In der anschließenden lebhaften Diskussion beklagte Vielflieger Hubert Pfeifer den fehlenden Einsatz leiserer Triebwerke. Als Mitglied des Verkehrsausschusses versprach Klare, sich für eine Einhaltung der Nachtruhe und für eine bessere Ausnutzung der vorhandenen Flughafenkapazitäten im Rahmen der gesetzlich festgelegten Grenzen und Möglichkeiten einzusetzen.

Quelle: NGZ
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