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Kaarst
Förderverein zahlt so viel wie nie für Wohnhaus der Lebenshilfe

Kaarst. Der Förderverein des Wohnhauses Vorst der Lebenshilfe macht das, was man "dicke Bretter bohren" nennt. Im vergangenen Jahr, pünktlich zum 20-jährigen Bestehen des Hauses am Ortsrand von Vorst, war der Garten für 62.000 Euro gründlich umgestaltet worden. Herzstück ist jetzt ein gemütlicher Platz mit einer großen Feuerstelle in der Mitte. Der Verein tat 10.000 Euro dazu und leitete auch die 25.000 Euro, die aus der Sparkassenstiftung in das Projekt flossen, weiter. Außerdem wurde das von den Pflegern und Bewohnern lange ersehnte Pflegebad bezuschusst. Ingrid Lipgens, Leiterin des Wohnhauses Vorst, setzt darauf, dass der Verein weiterhin so rührig ist: Auch in diesem Jahr können Projekte nur deshalb in der gewünschten Form umgesetzt werden, weil es die Unterstützung des 282 Mitglieder starken Vereins gibt.

"Gruppe drei braucht eine neue Küche", erklärte Lipgens. Die wird im Prinzip von der Lebenshilfe finanziert. Das gilt jedoch nicht für Extrawünsche wie diese: "Wir möchten, dass auch Rollstuhlfahrer am Herd und an der Spüle arbeiten können." Der Verein wird, um dies zu ermöglichen, 15.000 Euro locker machen. "Wir unterstützen gerne jedes Projekt, das die Lebensqualität der Bewohner erhöht", erklärte dazu Geschäftsführerin Birgit Geißler. "Wir haben in 2015 so viel Geld bewegt wie noch nie", gab Dieter Reinartz im Rahmen seines Kassenberichts zu verstehen. Da noch viele Aufgaben auf den Verein warten, mahnte Reinartz, verstärkt um neue Mitglieder zu werben. Der Jahresmindestbeitrag liegt bei bescheidenen fünf Euro, die meisten Mitglieder zahlen jedoch freiwillig mehr, manche hängen an die Fünf sogar eine Null dran. Und das Spendenaufkommen ist im vergangenen Jahr um 15 Prozent gestiegen. Das lag auch daran, dass eine Einzelspende über 10.000 Euro eingegangen war. Birgit Geißler berichtete davon, wie gelungen die Jubiläumsfeier im Festzelt auf dem Eustachiusplatz im vergangenen September gewesen sei und wie sehr sich die Bewohner an Altweiber immer über den Besuch der Garde von Blau-Gold freuen würden. Und die Geschäftsführerin machte deutlich, dass der Förderverein auch viele kleine Maßnahmen unterstützt: Der Vorsitzende Peter Pauels persönlich leitet seit 13 Jahren die Tennisgruppe des Vorster Hauses der Lebenshilfe. Fünf Spieler werden in diesem Jahr an den Special Olympics in Hannover teilnehmen. In den letzten Monaten haben Bewohner und Betreuer VHS-Kurse besucht - an den Kosten hat sich ebenfalls der Förderverein beteiligt. Das Besondere und Schöne für die behinderten Menschen: Es waren Kurse für Jedermann, also keine Angebote speziell für Behinderte - so sieht gelebte Inklusion aus. Und so sieht Harmonie in einem Verein aus: Theo Kaumanns und Peter Heinz Keuter wurden als Besitzer ohne Gegenstimmen im Amt bestätigt.

(barni)
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