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Kaarst
Fünf-Zentner-Bombe entschärft

Bombenentschärfung in Kaarst gelungen
Bombenentschärfung in Kaarst gelungen FOTO: Berns, Lothar
Kaarst. Für die Bergung eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg mussten am Dienstagvormittag in der Nähe der Karlsforster Straße 200 Haushalte evakuiert und die A 52 gesperrt werden. Ein Polizeihubschrauber kontrollierte die Lage aus der Luft. Um 11.25 Uhr war die Gefahr gebannt. Von Julia Hagenacker

Wie oft er sich den Witz mit dem "Bombenjob" schon anhören musste, weiß er genauso wenig wie die Zahl der Sprengsätze, die er im Laufe seines Berufslebens bereits eliminiert hat. Jost Leisten ist Bombenentschärfer beim Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung und an diesem Vormittag in Kaarst der Mann am Zünder.

Bei Routineuntersuchungen in Zusammenhang mit der Bauvoranfrage eines Landwirts wurde vor einer Woche eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Der Blindgänger lag auf einem Feld in der Nähe der verlängerten Neuhofstraße/An der Alten Landwehr, südlich der A 52. In einem Radius von 250 Metern rund um den Fundort, vornehmlich im Bereich Karlsforsterstraße, werden deshalb am Dienstagmorgen alle Häuser evakuiert.

Rund 500 Personen (200 Haushalte) müssen sich außerhalb des Gefahrenbereichs aufhalten. Wer nicht weiß, wohin, dem bietet die Verwaltung eine Aufenthaltsmöglichkeit in der Sporthalle an der Alten Heerstraße an. Kaarster, die 250 bis 500 Meter vom Fundort entfernt leben, dürfen ab 10.30 Uhr ihre Türen und Fenster nicht mehr öffnen. Alle Straßen, die in die 500-Meter-Zone führen und die A 52 zwischen den Autobahnkreuzen Neersen und Kaarst werden ab 10.30 Uhr in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Feuerwehrchef Herbert Palmen kontrolliert aus einem Polizeihubschrauber heraus, ob es noch Menschen im "Sperrbezirk" gibt. Zwei Landwirte bei der Arbeit werden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Dann geht es los.

Um punkt 11 Uhr legt ein Bagger den Sprengstoff frei. Um 11.30 Uhr ist schon alles vorbei. Die Feuerwehr gibt über das Sirenennetz Entwarnung. Für die Anwohner und Rettungskräfte im Lagezentrum am Kaarster Friedhof heißt das: Jost Leisten hat seine x-te Bombe entschärft.

"Irgendwann", sagt Leisten, "hört man eben auf zu zählen." Dabei kniet der Mann mit den grünen Gummistiefeln lässig vor dem Blindgänger, den er gerade aus zweieinhalb Metern Tiefe geholt hat. Den entschärften Zünder hält er stolz in der Hand. "Standard!", sagt er. "Sowohl die Bombe als auch der Zünder." Nur, weil das abzusehen war, konnte zwischen Fund und Bergung eine ganze Woche vergehen. Den städtischen Sicherheitsdienst hat Ordnungsamtschefin Brigitte Kaulen in den vergangenen Tagen trotzdem vorsichtshalber zum Fundort geschickt. Hinweise auf weitere Bomben im unmittelbaren Umkreis gibt es nicht. Jost Leisten geht von einem Notabwurf aus.

 
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