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Kaarst
Gebauer: "Lehrermangel bedrückt mich"

Kaarst: Gebauer: "Lehrermangel bedrückt mich"
Schulministerin Gebauer sprach auf Einladung der Kaarster FDP. FOTO: FDP
Kaarst. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) berichtete im Bürgerhaus von ihren Plänen und Sorgen.

Erhalt der Förderschulen, Umstellung von G 8 auf G 9, Lehrermangel und Unterrichtsausfall - das sind für die neue Schulministerin Yvonne Gebauer die vorrangigen Aufgaben. Die FDP-Politikerin sprach im Bürgerhaus über ihre Pläne und stellte sich den Fragen vor allem von Lehrern. So appellierte Josef Oppermann, Leiter der Grundschule Stakerseite, an die Ministerin, dafür zu sorgen, dass Bund oder Land verstärkt und möglichst schnell Mittel für Schulneubauten zur Verfügung stellen.

"Erwarten Sie nach acht Wochen nicht fertige Konzepte", erklärte Gebauer. Sie verglich die Schulpolitik mit einem Tanker, der einen langen Bremsweg hat und schwer in die entgegengesetzte Richtung zu wenden sei. Eine komplette Kehrtwende bei der Schulpolitik sei aber nicht vorgesehen: "Wir wollen Gutes bewahren und Neues wagen." Aus einem Kooperationsverbot zwischen Ländern und dem Bund in Schulangelegenheiten müsse ein Kooperationsgebot werden. Große Herausforderungen, an denen sich der Bund beteiligen müsse, seien die Digitalisierungsoffensive, der Ausbau des Ganztagsunterrichts sowie die Beschulung von Flüchtlingskindern.

Die Inklusion hält die neue Landesregierung für verbesserungsbedürftig. Nicht alle Förderschulen sollen geschlossen werden, einige sind in letzter Sekunde "gerettet" worden, die Eltern müssen ein Wahlrecht haben. In diesem Sinne solle für Förderschulen nicht mehr die Mindestschülerzahl von 144 gelten. Yvonne Gebauer ist sicher, dass die meisten Schulen von G 8 zu G 9 wechseln werden, weil die Eltern das wollen. "Der Lehrermangel bedrückt mich sehr", gestand sie. Die Zahlen seien schlimmer als befürchtet, 2139 Stellen können aktuell nicht besetzt werden, davon mehr als 1000 an Grundschulen. Nun sollen, befristet auf zwei Jahre, Lehrer für weiterführende Schulen an Grundschulen unterrichten dürfen. An weiterführenden Schulen sei es schwer, Lehrer für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu finden, fähige Informatiker würden finanziell attraktivere Beschäftigungsmöglichkeiten in der Wirtschaft finden. "Wir wollen im Frühjahr eine Kampagne starten, für den Lehrerberuf werben", erklärte Gebauer. Der Offene Ganztag solle flexibilisiert werden - es werde aber nicht so sein, dass jedes Kind nach Belieben kommen und gehen kann. Ein gebundener Ganztag werde nicht angestrebt.

(barni)
 
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