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Kaarst
Gestohlenes Auto krimireif aus See geborgen

Gestohlenes Auto aus Kaarster See geborgen
Gestohlenes Auto aus Kaarster See geborgen FOTO: Berns, Lothar
Kaarst. Am Donnerstagabend hat die Feuerwehr ein Auto aus dem Großen Kaarster See geborgen. Der Wagen wurde Ende vergangenen Jahres in Mönchengladbach als gestohlen gemeldet. Sporttaucher hatten das Wrack auf dem Grund des Sees entdeckt. Von Susanne Niemöhlmann

Gemeinschaftlich hoben Taucher der DLRG, die Feuerwehren aus Kaarst und Mönchengladbach sowie die Kreispolizei den Wagen aus acht Metern Tiefe.

Fast schon krimireif war die Szenerie am Abend am Großen Kaarster See: Während im Hintergrund ein Segler lautlos vorbeigleitet, bringen sich am Ufer Feuerwehr-Fahrzeuge in Stellung, Taucher der DLRG steigen gegen 17 Uhr ins etwa 20 Grad warme Wasser. Die Mission: die Bergung eines Autos, das Einsatztaucher Dirk Vogel (44) am späten Donnerstagabend während eines Übungstauchgangs zufällig am Grund des Gewässers entdeckt hat. Knapp zwei Stunden später steht der Wagen auf seinen Rädern am Ufer: der ursprünglich weiße Lack großflächig mit einer braunen Schicht überzogen und mit Muscheln bewachsen – bereit zum Abtransport nach Mönchengladbach, wo die Spurensicherung ihre Arbeit tun wird.

Im Mönchengladbacher Stadtteil Neuwerk war der weiße Toyota Avensis am 3. November vergangenen Jahres als gestohlen gemeldet worden. Mit möglicherweise grausigen Funden in der Fahrgastzelle oder dem Kofferraum hatten die Beamten nicht rechnen müssen – allen Spekulationen der zahlreichen Zuschauer am Ufer des Sees zum Trotz. Nach bisherigen Informationen der Polizei steht das Auto in keinem Zusammenhang mit einem Verbrechen. "Es handelt sich dabei um einen ,normalen' Auto-Diebstahl", versichert Polizeisprecherin Daniela Dässel. Die möglichst umweltschonende Bergung des Wagens in dem vielbesuchten Naherholungsgebiet hatte Einsatzleiter Detlef Sievers einiges abverlangt. Das ursprüngliche Vorhaben, das Wrack mithilfe eines großen Krans der Feuerwehr aus Mönchengladbach zu heben, hatte sich am Donnerstagmorgen erledigt, als klar war, dass das schwere Gerät nicht bis an den See vordringen würde. "Das hat die Planung von vielen Stunden über den Haufen geworfen", erzählt Sievers, "wir brauchten einen Plan B." Das weit vom Ufer entfernt liegende Auto per Seilwinde herauszuziehen, verbot sich aus Umweltschutzgründen.

Also befestigen die erfahrenen Einsatztaucher Jürgen Ponto (55) und Dirk Vogel sogenannte Hebesäcke an den Achsen des Autos befestigten, die anschließend aus Taucherflaschen mit Atemluft gefüllt wurden. Das gelang umso besser, als die Sicht mit vier bis fünf Metern Weite recht gut war und der Wagen auf dem Dach lag. Dennoch tut sich erst einmal nichts. "Nach einer langen Liegezeitkann es vorkommen, dass ein flacher Gegenstand sich am Grund festsaugt", erklärt DLRG-Taucheinsatzleiter Holger Grabow (48). Ein dritter Hebesack lässt die Karosserie schließlich etwa zweieinhalb Meter über dem Grund schweben, schließlich liegt das Auto auf der Seite am Ufer. Der Zündschlüssel steckt, das Gaspedal ist mithilfe eines festgeklemmten Stocks bis zum Anschlag durchgetreten, wie Detlef Sievers feststellt. Vorsorglich hatte die Feuerwehr den Wagen schon im Wasser mit einem Ölschlängel umgeben und Bindemittel ausgebracht. Sievers ist mit dem Verlauf hochzufrieden: Feuerwehren, DLRG und Polizei hätten gut harmoniert. "Ich kann mich nicht erinnern, dass es so einen Einsatz schon mal gegeben hat", sagt er, "ich bin schon stolz."

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