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Kaarst
Grüne diskutieren über Wege aus der Altersarmut

Kaarst. Altersarmut - der Landtagsabgeordnete Hans Christian Markert aus Kaarst hat das Problem analysiert und einen Lösungsvorschlag inklusive Deckungsvorschlag gemacht. In der Geschäftsstelle seiner Fraktion Bündnis 90/Die Grünen trug er seine Ideen jetzt vor.

Ein paar Zahlen vorweg: Im Jahre 2015 gab es rund 20 Millionen Bezieher von Renten, die durchschnittliche Altersrente liegt in den alten Bundesländern bei 771 Euro. Über 40 Prozent der Frauen, die eine Rente bekommen, müssen sich mit weniger als 450 Euro begnügen. Sie könnten von der Grundsicherung profitieren. Markert nannte eine Reihe von Gründen, warum die Renten so niedrig sind und sich dieser Trend verschärfen werde: geringe Einzahljahre bei Frauen, Langzeitarbeitslosigkeit, Niedriglöhne und der demografische Wandel. Warum viele Bedürftige auf die Grundsicherung verzichten: "Sie beruht auf dem Prinzip der Sozialhilfe", erklärte der 47-jährige Jurist. Eine wesentliche Hürde: Der Lebensunterhalt kann nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen bestritten werden. Die Konsequenz: Ersparnisse müssen aufgebraucht, das Häuschen verkauft werden, bevor die Grundsicherung überwiesen wird.

"Mehr als zwei Drittel aller Senioren, die die Grundsicherung beantragen könnten, verzichten darauf - sie wollen sich vor dem Amt nicht ,nackig machen'", erklärte Hans Christian Markert. Sein Rentenmodell käme vor allem Beziehern kleinster Renten zugute. Je höher die Rente, desto niedriger der staatliche Zuschuss. Sparrücklagen oder das Häuschen blieben bei diesem Modell geschützt.

Eckart Rosemann (Die Linke) erklärte, im angeblich so reichen Kaarst gäbe es derzeit 400 Menschen, die von der staatlichen Grundsicherung profitierten. Seine Forderung: "Die gesetzliche Rente muss gestärkt werden."

(barni)
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