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Kaarst
Handwerker machen die Kunst erst möglich

Kaarst: Handwerker machen die Kunst erst möglich
Sabine Nink, Monika Nelles und Ralf Thoma (v.l.) arbeiten zurzeit daran, dass das Waldarbeiterhaus ein Kunsthaus wird. FOTO: Lothar Berns
Kaarst. Die Waldarbeiterhütte in Vorst wächst zu einem Kunstwerk heran. Ein neues Dach und neue elektrische Leitungen hat sie schon bekommen. Von Rudolf Barnholt

Fast alle, die dazu beitragen, aus der ehemaligen Waldarbeiterhütte Kunst im öffentlichen Raum zu machen, waren gestern Mittag da. Schließlich wird nichts dem Zufall überlassen. Die Krefelder Künstlerin Monika Nelles ist mit dem augenblicklichen Pink-Ton noch nicht ganz zufrieden: "Da müssen noch mehr Grauanteile hinzukommen." Malermeisterin Sabine Nink war mit ihrer angehenden Meisterin Carmen Möcker vor Ort, um die Wünsche zu notieren. Wie einige andere Handwerker auch arbeitet sie ehrenamtlich an der Waldarbeiterhütte.

Markus Albiez, Vorsitzender des Kunstvereins Nordkanal, war ebenso dabei wie Vorstandsmitglied Dieter Schädiger. Albiez, der das einst so umstrittene Projekt "Brücken über den Nordkanal" von Wilhelm Schiefer durchgesetzt hatte, ist sturmerprobt. Das ist auch gut so, denn ein neuer "Shit-Storm" setzte mit den ersten Arbeiten an dem kleinen, einst so unscheinbaren Gemäuer ein. "Plötzlich weiß jeder, wie man die Hütte hätte nutzen können", sagte Albiez. Viele wollen, dass man sich dort auch künftig in trauter Zweisamkeit küssen kann. Doch daraus wird nichts: Die beiden Fenster werden ebenso wie die Tür mit Sicherheitsglas montiert. Die Fenster lassen sich zudem nicht öffnen, die Glastür ist abschließbar.

Kulturmanager Klaus Stevens zeigte sich ein wenig über die Baubehörde der Stadt Kaarst überrascht: Plötzlich war das vorhandene Dach nicht mehr sicher genug, der Verein musste für ein neues sorgen. Die Arbeiten hat mit Helmut Drossard der Mann ausgeführt, der auch die Pläne des monumentalen Objektes "Brücken über den Nordkanal" umgesetzt hatte.

Elektromeister Ralf Thoma hat bereits eine Stromleitung vom nahen Kindergarten verlegt und einen separaten Zähler installiert. Und das alles ebenfalls zum Nulltarif. Abends soll die Hütte später zu bestimmten Zeiten angestrahlt werden.

Monika Nelles weiß, was als Nächstes zu tun ist: "Ich werde bald einen Aufruf starten mit der Bitte, mir möglichst schlichte Spiegel in unterschiedlichen Größen zur Verfügung zu stellen. Die werden dann mit unterschiedlichen Neigungswinkeln an den Wänden installiert." Darin soll sich eine Art Kronleuchter spiegeln, der von Monika Nelles aus Eislöffeln zusammengesetzt wird. 2200 dieser Löffel hat sie bereits erworben. Das Eislöffel-Kunstwerk wird auf drei Ringen basieren, der größte wird einen Durchmesser von einem Meter haben.

Monika Nelles hat Erfahrungen mit Kunst im öffentlichen Raum und zeigte sich gestern begeistert: "Wie oft ich hier schon von Menschen angesprochen worden bin!" Die Wände der ehemaligen Waldarbeiterhütte werden so gestrichen, dass Kinder, aber auch Erwachsene, ihnen mit Kreide alles, was sie bewegt, anvertrauen können. Der Regen wäscht die Botschaften im Laufe der Zeit wieder ab und macht somit Platz für neue Wörter oder Texte. Die Künstlerin weiß, dass die Stadt Kaarst viel Kunst im öffentlichen Raum hat: "Die Wertschätzung dafür ist beeindruckend."

Quelle: NGZ
 
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