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Kaarst
Heinz Klaus gibt zum letzten Mal den Takt an

Kaarst. Das Herbstkonzert im Rathaus war die Abschiedsvorstellung des Kammerorchester-Leiters. Von Hansgeorg Marzinkowski

Das 1989 gegründete Kammerorchester Kaarst hat sich unter seinem Leiter Heinz Klaus (73) zu einem feinen, auf hohem Niveau spielenden Streichorchester entwickelt. Nach seiner Pensionierung als Chordirektor und Kapellmeister der Städtischen Bühnen Krefeld/Mönchengladbach übernahm er vor fünf Jahren den in der Kaarster Kulturszene fest etablierten Klangkörper. Leider war nun das Herbstkonzert im Atrium des Rathauses auch sein Abschiedskonzert.

Aus gesundheitlichen Gründen muss der gebürtige Schweizer aufhören. Gleichwohl leitete er das Herbstkonzert noch einmal zu präziser Güte. Bereits das "Divertimento in C-Dur" (KV 157) von Wolfgang Amadeus Mozart konnte in zweierlei Hinsicht begeistern: Der sinfonische Tonfall des eigentlich für Streichquartett geschriebenen Werkes wirkte im Orchester sauber musiziert ausdrucksvoller. Einmal mehr erfreute dabei die gerade für kleine Ensembles hervorragende Akustik des Atriums, die das "singende Allegro" bis in die auch im dritten Rang gut gefüllten Zuhörerreihen trug. Aus Händels bekanntesten Opern "Xerxes" und "Alcina" folgten Streichersätze und -tänze, zwischen denen die Mezzosopranistin Andrea Konings die Arien-Highlights sang.

Georg Philipp Telemann lernte bei einem Besuch in Krakau die dortige Musik in "ihrer wahren barbarischen Schönheit" kennen, wie er es nannte. Polnische folkloristische Stiltendenzen verband er mit der deutschen Tradition unter anderem in seinem "Concerto polonois für Streicher und Basso continuo in G-Dur" zu einem einfallsreichen Werk. Das selten zu hörende Konzert wurde zum Höhepunkt, ebenso wie die rekonstruierte Urfassung des "Konzert für Oboe, Violine und Streicher c-Moll" (BWV 1060) von Johann Sebastian Bach.

Ina Stock (Oboe) und Gabriele Nußberger (Violine) machten dieses Werk zu einem wirkungsvollen Duett, vom Orchester zuverlässig begleitet. Dorothea Seifert, die Vorsitzende des Kammerorchesters, unterbrach den langen Applaus, um Heinz Klaus zu verabschieden und Gabriele Nußberger als neue Leiterin vorzustellen. Anstelle einer Zugabe spielte das Orchester für seinen scheidenden Dirigenten ein sehr feines Arrangement des Peter-Kreuder-Songs "Sag beim Abschied leise Servus".

Quelle: NGZ
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