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Kaarst
Helfer-Treffen gibt neue Impulse für Arbeit mit Flüchtlingen

Kaarst. In Kaarst leben derzeit rund 750 Flüchtlinge. Die Bereitschaft zu helfen, ist bei vielen Menschen ungebrochen. So machte es Sinn, einen Ehrenamtler-Abend zu veranstalten. Im Pfarrzentrum St. Martinus trafen sich jetzt viele, die zur Lösung des Flüchtlingsproblems beitragen - egal, ob Haupt- oder Ehrenamtler. Pfarrer Martin Pilz moderierte den Abend. Man tauschte sich aus, stellte seine Arbeit vor, schaute über den eigenen Tellerrand hinaus, knüpfte Kontakte, bekam Tipps von den Profis. Das ist wichtig, denn die Arbeit muss gut organisiert werden.

"Die Angebote für die Flüchtlinge ändern sich ständig", sagte Diakon Martin Becker: Die Kleiderkammer von St. Martinus habe durch die Flüchtlingsströme eine ganz neue Bedeutung bekommen. In Vorst leben vor allem alleinstehende männliche Flüchtlinge. "Wir sind hier noch auf der Suche nach der richtigen Idee", gestand Becker. Die Begegnungscafés werden sehr gut angenommen, etwa dienstags von 15 bis 17 Uhr im Kaarster Pfarrzentrum. "Am Dienstag wird Konny Wilms die Flüchtlinge über die Schützenfeste in Kaarst informieren", kündigte der Diakon an.

Hanno Wilsch, Vorsitzender des VHS-Förderkreises, machte auf ein anderes Angebot aufmerksam, das auf große Resonanz stößt: "Das Café International zieht freitags bis zu 70 Besucher an." Frank Schnitker vom Sozialamt sprach von einer "sensationellen Zahl": "Bisher sind 75 Wohnungen für Flüchtlinge angemietet worden." Am Montag sei auch die letzte Turnhalle aufgegeben worden. Wolfgang Mielke vom Vorstand der Flüchtlingshilfe Kaarst kann seine Mitstreiter in kurzer Zeit per Facebook erreichen. Neue Angebote sind in Vorbereitung: "Wir möchten die Flüchtlinge über das Grundgesetz und das gesellschaftliche Miteinander in Deutschland informieren, aber auch über Alltägliches, zum Beispiel, wie man seine Wohnung richtig heizt und lüftet."

Ute Walter vom Ökumenischen Arbeitskreis Asyl hilft den Flüchtlingen in nahezu allen Lebenslagen. Zum Glück kann sie auf viele Helfer zurückgreifen. Sie engagiert sich ebenso hauptberuflich für die Asylbewerber wie Susanne Enkel - sie ist im Rathaus für die psychosoziale Beratung zuständig. "Wir haben viel zu tun, sind aber sehr gut vernetzt", sagte Enkel. Und sie gab den Ehrenamtlern einen Tipp: "Ich sage den Flüchtlingen immer: Wir helfen dir, aber du musst auch wollen." Und: "Wir müssen darauf achten, dass sie den Krieg in ihrer Heimat nicht hier bei uns fortführen." Den Ehrenamtlern gab sie Folgendes mit auf den Weg: "Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, Sie zu professionalisieren." Der erste Ehrenamtler-Abend werde nicht der letzte sein.

(barni)
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