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Kaarst
In Schulküche darf weiter gekocht werden

Kaarst: In Schulküche darf weiter gekocht werden
Yuna (l.) und Vega lassen sich am Freitag ihr Mittagessen im Offenen Ganztag an der Matthias-Claudius-Schule schmecken. Es gibt Kartoffelecken und Rohkost-Sticks mit Dip. FOTO: Anja Tinter
Kaarst. An der Matthias-Claudius-Schule wird es für die Kinder aus dem Offenen Ganztag auch in Zukunft frisch zubereitetes Essen geben. Träger und Stadt hatten über eine Schließung der Schulküche nachgedacht. Daraufhin hagelte es Elternproteste. Von Julia Hagenacker

Am Ende war die ganze Aufregung umsonst. In der Schulküche der Matthias-Claudius-Grundschule - der derzeit einzigen Schulküche im Kaarster Stadtgebiet - darf und wird auch in Zukunft weiter frisch gekocht werden. Das hat Schuldezernent Sebastian Semmler jetzt dem Hauptausschuss mitgeteilt.

Ende April hatte die Nachricht, die Stadt als Schul- und der Evangelische Verein für Jugend und Familienhilfe als OGS-Träger spielten mit dem Gedanken, die Schulküche zu schließen, für heftige Proteste innerhalb der Elternschaft gesorgt. Grund für die Überlegungen, sagt Semmler, sei seinerzeit offenbar eine Fehlinformation gewesen, die die Größe der Küche betrifft. Dahinter wiederum steht ein politischer Konsens, der besagt, dass in Kaarst kein Kind in Bezug auf einen OGS-Platz abgewiesen werden soll. Deshalb werden für das kommende Schuljahr alle Ganztagsangebote ausgeweitet, soweit das platzmäßig möglich ist.

FOTO: "Tinter, Anja (ati)"

An der Matthias-Claudius-Grundschule wird für die Schüler aus dem offenen Ganztag seit zehn Jahren jeden Mittag gekocht. Diplom-Ökotrophologin Michaela Koch sorgt dort gemeinsam mit einem insgesamt vierköpfigen Team für ausgewogene, kindgerechte Mahlzeiten. In die Modernisierung der Küche wurden vor drei Jahren sogar noch mehr als 60 000 Euro aus dem städtischen Haushalt investiert. Doch mit dem "Gerücht", dass laut Hygieneverordnung maximal 99 Essen auf einmal zubereitet werden dürfen, und der Tatsache, dass die OGS an der Matthias-Claudius-Schule mit deutlich mehr als 100 Anmeldungen räumlich aus allen Nähten platz, standen das Projekt "Frisch kochen" und die Arbeitsplätze der Köchinnen plötzlich auf dem Spiel.

Für Camilla Altvater, Vorsitzende der Schulpflegschaft der Matthias-Claudius-Schule, war die Schließung der Schulküche von Beginn an keine Option - jedenfalls nicht, ohne vorher über mögliche Lösungen gesprochen zu haben. Deshalb hatte sie sich vor anderthalb Monaten schriftlich an alle Stadtratsfraktionen gewandt. Die CDU ließ das Thema auf die Tagesordnung setzen. "Schließlich", sagt Altvater, "gibt es viele Eltern, die das Offene Ganztagsangebot der Matthias-Claudius-Schule gerade wegen des frischen Essens gewählt haben."

Am Mittwoch kam nun die Entwarnung. "Das Kreisveterinäramt hat mitgeteilt, dass in der vorhandenen Küche durchaus für mehr als 99 Kinder gekocht werden kann", sagte Sebastian Semmler im Hauptausschuss. "Aus lebensmittelhygienischer Sicht spricht daher nichts gegen eine Erhöhung der Zahl der zubereiteten Essen."

Beim OGS-Träger ist die Erleichterung groß. "Wir freuen uns alle, dass das frische Essen an der Matthias-Claudius-Schule weiter angeboten werden darf", sagt Nuran Asche. Das Missverständnis mit den 99 Essen, vermutet sie, könnte sich aus einer technischen Begrenzung der Lüftungsanlage ergeben haben. Eine Optimierung der technischen Ausstattung der Küche, zum Beispiel die Ausrüstung mit einem gewerblichem Kochfeld, einer gewerblichen Spülmaschine und geschweißten Edelstahlgeschirrwagen sei nach der neuen Sachlage möglicherweise ohnehin nötig. Die Verwaltung will die Überprüfung der technischen Anlagen jetzt in Auftrag geben. "Das sind aber alles kleine Probleme, die schnell in den Griff zu kriegen sind", sagt Nuran Asche. "Im nächsten Schuljahr wird auf jeden Fall frisch gekocht."

Quelle: NGZ
 
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