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Kaarst
Inklusion zum Anfassen im Sportforum

Kaarst: Inklusion zum Anfassen im Sportforum
Inklusion zum Erleben: Bei dem Inklusions- und Mitmachfest "Sport in Kaarst" war jeder eingeladen gemeinsam mit Menschen mit Behinderung Sport zu treiben. Beliebt: das Tandem-Fahren auf der großen Bahn in der Radsporthalle FOTO: A. Tinter
Kaarst. Büttgen: In der Radsporthalle in Büttgen fand am vergangenen Samstag das Inklusionsfest "Sport in Kaarst" statt. Mit dem Ziel, die Berührungsängste zu behinderten Menschen abzubauen, erlebten alle Besucher eine tolle Veranstaltung. Von Patrick Radtke

"Bei uns sind alle willkommen. Inklusion im Sportverein" - dieses Motto war auf vielen T-Shirts beim Sport- und Inklusionsfest "Sport in Kaarst", das am Samstag in der Radsporthalle in Büttgen stattfand zu lesen. Das dies nicht nur eine hohle Phrase ist, sondern den Worten auch Taten folgen, war bei dem Fest eindrucksvoll erkennbar. Die Freude stand allen ins Gesicht geschrieben. Sportler, Betreuer und Organisatoren erlebten am Samstag ein rundum gelungenes Beisammensein für Groß und Klein.

"Wir versuchen, die Scheu vor dem ersten Kontakt zu verringern. Top ist, dass wirklich allegemeinsam Sport machen und es trotzdem keine Massenveranstaltung ist, sondern jeder einzelne gesehen und betreut wird. Das Fest lebt davon, dass jeder seinen Horizont erweitert, sowohl die behinderten als auch die nicht-behinderten Sportler," zeigte sich Martin Limbach vom Sportbund des Rhein-Kreises zufrieden.

An insgesamt zehn Stationen präsentierten sich die Vereine aus Kaarst, Neuss und Grevenbroich und luden zum Mitmachen und Ausprobieren ein. Ob Tischtennis, Fußball, Judo, Kanu, Voltigieren, Tandem fahren oder beim Boule, für jeden war etwas dabei.

Wer mit seiner Laufkarte mindestens fünf Stationen ablief, wurde zudem mit einer Urkunde für seinen Einsatz belohnt. Nach einer Bewegungseinheit des TV Büttgen-Vorst, starteten alle Stationen in die Aktion.

Sehr beliebt war naturgemäß der Fußball, wo der VfR Büttgen gemeinsam mit den Varius Werken Hemmerden und den GWN ein Turnier organisierte an dem drei gemischte Mannschaften teilnahmen. Dabei waren sowohl behinderte Sportler, als auch Flüchtlinge sowie beim VfR aktive Fußballer und Fußballerinnen der Senioren und Junioren vertreten. Mehr Integration und Inklusion geht nicht mehr!

Eine besondere Geschichte hatte die DJK Holzbüttgen zu bieten. Der Tischtennisverein unterstützt schon länger die Inklusionsarbeit in Kaarst und arbeitet dabei ganz eng mit der GWN zusammen. Nachdem die beiden Vereine über die Tandem-Tage in Kontakt kamen und dabei zur Sprache kam, dass die GWN eine eigene Tischtennis-Mannschaft gegründet hat, in der zwei nicht-behinderte gemeinsam mit behinderten Sportlern zusammen agieren und die in der dritten Herren-Kreisklasse spielen, wurde die Zusammenarbeit intensiviert. In regenmäßigen Abständen bekamen die Sportler seitdem Extra-Training von erfahrenen Vereins-Spielern um sich für die vor kurzem stattgefundenen Special Olympics in Los Angeles vorzubereiten. "Das ist eine super geniale Zusammenarbeit. Wir wurden voll integriert und super vorbereitet", sagte Jörg Hader von der GWN, der gemeinsam mit seinem Unified-Doppelpartner Oliver Burbach die Bronze-Medaille in ihrer Leistungsklasse mit nach Deutschland brachte. "Ich hatte vorher noch keinen Kontakt zu Behinderten. Ich habe mich dann erst einmal langsam herangetastet, habe aber schnell gemerkt, dass ich ganz normal mit ihnen umgehen kann. Es braucht da nicht viele Worte, ", so Song-Kyong Dröge, einer der Trainer der DJK.

Quelle: NGZ
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