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Kaarst
Investoren zeigen kein Interesse an Kita-Bau

Kaarst: Investoren zeigen kein Interesse an Kita-Bau
In Kaarst werden dringend weitere Kindergartenplätze benötigt. Doch auf eine Ausschreibung unter Investoren gab es bislang keine Resonanz. FOTO: A. Tinter
Kaarst. Für den notwendigen Kita-Neubau an der Erftstraße gibt es keine Angebote. Die Stadt nimmt nun Gespräche mit der Neusser GWG auf. Von Susanne Niemöhlmann

Noch in der Stadtratssitzung Ende Juni war der Erste Beigeordnete Stefan Semmler zuversichtlich gewesen: Ein Investor für die geplante Kindertagesstätte an der Erftstraße sollte verhältnismäßig leicht zu finden sein, nachdem die Ausschreibung für den Bau von der Suche nach einem Träger der Einrichtung entkoppelt worden war. Doch nun die Ernüchterung: "Auf unsere Ausschreibung hat niemand reagiert", musste Semmler am Donnerstagabend in der Ratssitzung mitteilen. Das sei sehr "ernüchternd", gab der Sozialdezernent zu, zumal angesichts des Zeitdrucks. Denn die Stadt Kaarst benötigt dringend weitere Kindergartenplätze - und zwar bereits Mitte des kommenden Jahres.

Eine Lösung könnte eine Partnerschaft mit der Gemeinnützigen Wohnungs-Genossenschaft (GWG) in Neuss sein, wie Semmler anregte. Deren "Tochter", die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbe-Bau, errichtet und plant derzeit für die Stadt Neuss zwei viergruppige, zweigeschossige Kindertagesstätten. Eines der beiden Vorhaben entsteht auf einem Grundstück an der Eichendorffstraße in Neuss, das ähnlich lang geschnitten ist wie das an der Kaarster Erftstraße. "Unserer Meinung nach müsste es möglich sein, die in Neuss bereits geplante Kindertagesstätte ebenfalls auf dem Grundstück an der Erftstraße umzusetzen", heißt es in einem Schreiben der GWG an die Stadtverwaltung Kaarst.

Um möglichst bald in intensive Verhandlungen mit der GWG eintreten zu können, bat die Stadtverwaltung um ein Mandat des Rats - und erhielt dies schließlich, ergänzt um weitere Handlungsaufträge. Auf Anregung von Uschi Baum (FDP) soll die Verwaltung nun auch Kontakt zum Kaarster Unternehmen Petershaus aufnehmen, das für die Stadt bereits im Frühjahr am Bauhof eine Flüchtlingsunterkunft in Holztafelbauweise errichtet hat. Die SPD-Ratsfraktion äußerte zudem erneut ihre grundsätzlichen Bedenken gegen das Investorenmodell und fragte nach preisgünstigen Alternativen. Ein Antrag der SPD-Fraktion, bei weiteren Firmen Angebote für Neubauten einzuholen, welche die Stadt dann im Eigeninvest realisieren würde, wurde jedoch mit 24 zu 20 Stimmen abgelehnt.

Vorangegangen war den Beschlüssen eine langwierige Diskussion, in der es teilweise auch um Verfahrensfragen während der Sitzung ging. FDP-Fraktionsvorsitzender Heinrich Thywissen stellte das Investorenmodell erneut infrage und verwies auf die günstige Finanzlage, die ein Bauvorhaben in städtischer Regie möglich mache. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung forderte SPD-Fraktionsvorsitzende Anneli Palmen, die überdies befürchtet, durch Verhandlungen mit der GWG möglicherweise wertvolle Zeit zu verlieren, wenn diese nicht zum Ziel führten. Lars Christoph, Fraktionsvorsitzender der CDU, sprach sich dafür aus, der Verwaltung das Mandat für weitere Gespräche mit der GWG zu erteilen, "damit Herr Semmler Zahlen besorgen", die Kosten verglichen und endlich entschieden werden könne. Dem kam der Rat nach.

Quelle: NGZ
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