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Kaarst
Jeder musiziert, was er kann

Kaarst. "Rooper" heißt die Band für Jugendliche mit und ohne geistige Behinderung.

Flotte Rhythmen erklingen jeden Montagnachmittag im Keller der evangelischen Johanneskirche in Büttgen. "Samba Karamba spielen wir heute, Samba Karamba die ganze Nacht bis es kracht", singt Kathi Kennemann, spielt dazu E-Gitarre und zeigt die gleiche enorme Begeisterung wie ihre sieben Bandmitglieder. Die Jugendlichen mit und ohne geistige Behinderung im Alter von 16 bis 20 Jahren bringen sich nach ihren Fähigkeiten ein.

Während Tim und Julie am liebsten mit Hilfe von Besen und Schrubber zur Musik tanzen, zupfen Juna und Claudia an den Gitarren, und Suse gibt dem Ganzen am Schlagzeug den passenden Rhythmus. "Suse ist flexibel einsetzbar, kann auch E-Gitarre spielen", erklärt Kennemann. Die Sonderpädagogin und vierfache Mutter hat die Band vor drei Jahren gegründet. "Ich habe eine klassische Geigenausbildung und unterrichte auch Musik", erzählt sie. "Das Freizeitangebot für Menschen mit Behinderungen ist doch recht begrenzt, aber ich wollte ihnen deshalb die Möglichkeit geben, , keine Langeweile aufkommen zu lassen und so auch etwas für die Allgemeinheit zu tun", erläutert die Pädagogin. Die Johanneskirche stellt den Probenraum zur Verfügung, und die Jugendlichen kommen, wie sie möchten, denn alles geschieht ohne Zwang. "Sie bezahlen pro Probeneinheit zwei Euro, damit ich einen Babysitter für meine jüngste Tochter (4) finanzieren kann", sagt Kennemann, die die Band ehrenamtlich leitet.

Ihr Sohn Jochen (7) ist ebenfalls dabei und singt textsicher den Partyhit "Das rote Pferd". Suse und Tim zeigen die Tanzschritte dazu. Die anderen Lieder werden frei gestaltet. "Ich gebe am Keyboard den Rhythmus vor, nach und nach nehmen die Jugendlichen ihn auf und suchen sich eine Melodie und Töne", erklärt Kennemann. "Jeder macht das, was er will, denn es soll ja für die Teilnehmer selbst sein."

Die Band hatte aktuell einen Auftritt bei Kaarst total und freut sich schon auf die Gestaltung eines Adventsfensters im Winter. Auch beim Fest der Johanneskirche kam sie zum Einsatz. Der Bandname entstand übrigens durch ein Mädchen, das die Band "super" fand, aber das Wort nur "ruper" aussprechen konnte. Daraus machte Kennemann kurzerhand die englische Version "Rooper".

(keld)
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