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Kaarst
Johanniterstift zeigt Stillleben, Strukturen und Surreales

Kaarst. Magdalena Walter (63) aus Büttgen war mächtig aufgeregt: Im Johanniterstift wurde ihre erste Ausstellung eröffnet. Gemeinsam mit Doris Laube (66) und Renate Koch (68) zeigt sie Bilder, wie sie für Hobbykünstlerinnen nicht selbstverständlich sind.

Doris Laube aus Vorst und Magdalena Walter haben Unterricht bei der Düsseldorfer Künstlerin Barbara Joliet (71). "Aquarellieren ist wie das Leben - es geht darum, den Zufall in den Griff zu kriegen", sagt Joliet und ist mit den Resultaten ihrer Schülerinnen mehr als zufrieden. Sie hebt vor allem das Zeichentalent von Doris Laube hervor, das unter anderem ihre Porträts widerspiegeln. Zum Zeichnerischen kommt das Malerische - Joliet spricht in diesem Zusammenhang von einer "Ansammlung von sinnvollen Farbflecken, die vom Auge des Betrachters zusammengesetzt werden". Mit feinstem Pinselstrich malt Doris Laube Federn, die Bilder erinnern eher an Bleistiftzeichnungen. Strukturen reizen die 66-Jährige, sie setzt sich intensiv damit auseinander und wählt ihre Motive entsprechend aus.

Zu beachtlichem Niveau hat es auch Magdalena Walter gebracht. Sie lässt sich gerne von Urlaubsimpressionen anregen. Auch sie hat gelernt, dass es nicht darum geht, das Dekorative in den Vordergrund zu rücken. Die strukturierte Oberfläche der Steine, die sie auf Korsika gesehen hat, sind ebenso Malanlass wie eine Schaufensterpuppe in Spanien. Auch ihre Blumenbilder - eine Mischtechnik aus Aquarell und Ölkreide - sind frei von dem, was man als Kitsch bezeichnet.

Renate Koch aus Vorst hat das Malen bei Elke Beyer gelernt. Die war jetzt ebenfalls zur Vernissage ihrer Schülerin gekommen und zeigte sich mit den Ergebnissen höchst zufrieden. Renate Koch malte ursprünglich mit Acrylfarbe, mittlerweile aber auch in Öl. Sie präsentiert im Johanniterstift unter anderem ungewöhnliche Stillleben, auf denen zum Beispiel ein Pepperoni-Bündel im Mittelpunkt steht. Neben Malerei zeigt sie auch zwei Objekte. Die Besucher der Ausstellung sehen auch abstrakte Werke mit sehr viel Spachtelmasse oder Surreales. Urlaubsimpressionen sind ebenfalls ein großes Thema. Aber selbst so etwas Banales wie einen Spaten setzt die 68-Jährige gekonnt und facettenreich in Szene. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. März zu sehen.

(barni)
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