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Kaarst
Jubiläum: Verein macht Tuppenhof zu Erfolgsmodell

Kaarst. Am 25. Oktober 1989, also vor 25 Jahren, wurde in der Dorfschänke Büttgen der Museumsförderverein Kaarst gegründet. Von den zwölf Gründungsmitgliedern gehören dem Verein immer noch Hans-Walter Gerresheim, Josef Hoster und Harald Hesper an. Mittlerweile hat der Verein 92 Mitglieder und einiges erreicht. Zwar ist aus dem Tuppenhof nicht, wie ursprünglich geplant, ein Landwirtschaftsmuseum geworden, aber als museale Begegnungsstätte für bäuerliche Geschichte und Kultur hat er sich zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Insgesamt wurden bislang rund 122.000 Besucher gezählt. Das Jubiläum ist Anlass für eine Feierstunde am Sonntag gegen 11.45 Uhr. Von Rudolf Barnholt

Die Treckerfreunde "Dreh an", die die Keimzelle des Vereins bilden, wollten eigentlich ihr historisches landwirtschaftliches Gerät auf dem Tuppenhof ausstellen. Das Kreislandwirtschaftsmuseum kam allerdings nach Sinsteden. Jürgen Rau, Geschäftsführer des Jubiläumsvereins, erinnert sich: "Mit dem damaligen Kulturamtsleiter Udo Schmitz wurde deshalb an einer neuen Konzeption gearbeitet." So wurde das Ziel formuliert, eine museale Begegnungsstätte für bäuerliche Geschichte und Kultur" zu etablieren.

Der Begriff "Kultur" wird dabei weit gefasst, er muss nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem bäuerlichen Leben von früher stehen. Jürgen Rau hat sie noch im Ohr, die hämischen Bemerkungen, als es darum ging, 4,5 Millionen Euro in den Tuppenhof zu stecken: "Wie kann man dafür Geld ausgeben?", wurde nicht selten gefragt. Die Spötter von einst müssen jetzt zur Kenntnis nehmen, dass der Tuppenhof längst zu einem Erfolgsmodell geworden ist.

Das hatte damit angefangen, dass die beiden Architekten Inge Breidenbach und Norbert Stanneck einen guten Job machten. Vor 16 Jahren konnte der Museumsbetrieb aufgenommen werden. Um die Ausstellungen kümmerten sich zunächst Heidi und Reinhard Manter. Die Zusammenarbeit mit dem Vereinsvorstand klappte nicht immer reibungslos. Seit 2009 ist die Volkskundlerin Britta Spies für die Ausstellungen verantwortlich. "Leben zwischen Kirche und Herrgottswinkel" hieß die große Ausstellung in diesem Jahr. Elke Krieg kümmerte sich in den Anfängen um die Museumspädagogik - sie lebt heute am Bodensee. Ärger gab es, als Hermann Spix vom Verein für das Buch "Die Leute vom Tuppenhof" zwar bezahlt worden war, aber nicht pünktlich lieferte, sondern den Museumsförderverein immer wieder vertröstete. Es gab also durchaus einige Disharmonien, was die positive Bilanz jedoch nicht trüben kann. "Der Verein ist sehr lebendig", sagt Jürgen Rau. Er freut sich darüber, dass rund 45 Ehrenamtler dafür sorgen, dass alles rund läuft.

Im 26. Jahr seines Bestehens kommen nun neue Herausforderungen auf den Verein zu: "Rund 700 Quadratmeter Grundstücksfläche ist noch im Besitz der Erbengemeinschaft", erklärt Rau. Der Museumsförderverein ist am Kauf dieser Fläche interessiert, um sie auf Dauer für das Museum zu sichern. Bis Anfang kommenden Jahres muss außerdem ein neuer 2. Vorsitzender gefunden werden - Amtsinhaber Richard Borgmann steht für eine Wiederwahl nämlich nicht zur Verfügung.

Quelle: NGZ
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