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Kaarst
Jugend-Landtag begeistert Kaarster für große Politik

Kaarst. Luca Servos (18) schlüpfte auf Einladung von Lutz Lienenkämper (CDU) für drei Tage in die Rolle eines Abgeordneten.

Noch ist er an der RWTH Aachen für Geschichte und Mathematik eingeschrieben. Doch nach der Teilnahme am "Jugend-Landtag" NRW ist Luca Servos sich sicher, dass er das Fach wechseln und ab dem kommenden Semester Politik studieren möchte. "Das hat mir den letzten Kick gegeben", sagt der 18-Jährige, der im vergangenen Jahr am Albert-Einstein-Gymnasium sein Abitur machte.

Zusammen mit 236 anderen jungen Leuten zwischen 16 und 20 Jahren durfte er für drei Tage in die Rolle eines Abgeordneten schlüpfen und den Alltag eines "richtigen" Politikers erleben, an Reden feilen, im Plenarsaal debattieren, Mehrheiten suchen. "Das war generell eine wahnsinnig gute Erfahrung", sagt er, "ich denke, dass wir wirklich einen realistischen Einblick in die politische Arbeit bekommen haben."

Der "Jugend-Landtag" findet seit 2008 jedes Jahr statt. Dabei werden die parlamentarischen Abläufe von Fraktions- über Ausschuss- bis hin zu Plenarsitzungen nachgestellt. Ziel ist es, über die parlamentarische Arbeit zu informieren und zu langfristigem politischen Engagement zu ermuntern.

Das hat bei Luca Servos offenbar funktioniert. Er hatte sich im Frühjahr auf Anregung seines ehemaligen Sozialwissenschafts-Lehrers Jens Müller beim CDU-Landtagsabgeordneten Lutz Lienenkämper um einen Platz beworben - und den Zuschlag erhalten. In Düsseldorf wurden die Nachwuchs-Politiker von Landtagspräsidentin Carina Gödecke begrüßt. Natürlich gehörte eine Führung durchs Haus zum Programm, bevor die "Abgeordneten" sich in den Fraktionen trafen, um jeweils Vorsitzende und deren Stellvertreter zu wählen. Zum Thema "Ermöglichung eines Gesellschaftswissenschaftlichen Abiturs" in Nordrhein-Westfalen hielt Luca, der als Gast von Lutz Lienenkämper zur CDU-Fraktion gehörte, eine sechsminütige Rede. Stilecht in Anzug und Krawatte. "Das war ganz schön warm", sagt er rückblickend.

Im Ausschuss "Schule und Weiterbildung" übernahm er die Aufgabe, sich mit den Vertretern der anderen Parteien abzustimmen und die Diskussionsergebnisse den CDU-Kollegen zu vermitteln. "Die Zusammenarbeit innerhalb der CDU war sehr harmonisch", sagt Luca, der die zahlreichen neuen Kontakte gern aufrecht erhalten möchte. Hitzige Debatten, eine viereinhalbstündige Plenarsitzung Abstimmungen: "Es war zwar stressig, aber eigentlich gingen die drei Tage viel zu schnell vorbei."

(susa)
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