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Kaarst
Junger Karnevalsverein füllt Pfarrzentrum

Kaarst. Mitglieder setzten als Tanzgarde "Blitzeblau-Rappelvoll" fulminanten Abschluss einer tollen Sitzung. Von Elisabeth Keldenich

Die Neusser Novesia Sabine I. Roeb brachte es auf den Punkt: "Was brauchen wir den Gürzenich und die Stadthalle, wenn wir hier so einen jecken Saal haben?" rief sie dem bunt kostümierten Publikum aller Generationen zu, das das Pfarrzentrum der Gemeinde Sieben Schmerzen Mariens in Holzbüttgen bevölkerte. 160 Narren genossen einen perfekten Dorfkarneval, der zum zweiten Mal vom 2015 gegründeten Verein "Holzbüttzje" veranstaltet wurde.

"Wir haben im September mit der konkreten Planung begonnen", erzählt Schatzmeister Hans-Josef Schmitz. "Ein Motto gibt es nicht, dafür mehr Gestaltungsfreiheit", sagt er. Das musikalische Duo Georg und Daniel Kamps hatte das Publikum mühelos auf Betriebstemperatur gebracht, als Sitzungspräsident Matthias Schmitz durch ein abwechslungsreiches Programm führte. Sechs Mitglieder von "Holzbüttzje" demonstrierten zunächst die geschlechtsspezifischen Unterschiede von Männern und Frauen beim Duschen. Nackte Tatsachen in Form hautfarbener Kostüme sorgten für große Heiterkeitsausbrüche. So manche(r) mag sich beim Gebrauch von Shampoo, Rasierern und Handtüchern wiedererkannt haben. Josef Karis als "Der Krauter" nutzte seinen Auftritt für ein politisches Statement gegen "braune Tendenzen", ehe die große Tanzgarde der Ersten Kaarster Narrengarde Blau-Gold ihr Können zeigte. Der singende Wirt Heinz Hülsdorf aus Düsseldorf verriet beim Vortrag rheinischer Stimmungslieder den Profi, als er mehrmals auf seine Uhr blickte. "Der kommt hier nicht so gut an", war im Publikum zu hören. Dafür umso mehr die "Holzbüttger Dolle" Philipp Schmitz und Klaus Hedwig. Nach dem Vorbild des "Colonia Duetts" lieferten sie sich einen witzigen Dialog voller Anspielungen. Schützen und Sprachbarrieren ("Für Holzbüttger Kinder ist Hochdeutsch die erste Fremdsprache") bekamen ihr Fett weg. Beim von Hedwig selbstkomponierten Lied "Hier bei uns im Dörp" gingen alle Narren begeistert mit. Großer Beifall war der verdiente Lohn.

Beim Besuch des Neusser Prinzenpaares samt Gefolge wurde es eng auf der Bühne. Prinz Marco lobte die gute Stimmung und verlieh eifrig Orden. Hermann Josef Maaßen als der Reimredner vom Niederrhein zog anschließend den Diätwahn durch den Kakao. Er hatte Mitleid mit seinem vegan lebenden Nachbarn, für den er heimlich eine Frikadelle vom Apfelbaum fallen ließ. Das Männerballett "Cremeschnittchen" der Narrengarde Blau-Gold verzauberte das Publikum mit Regentänzen, und das Holzbüttgener Urgestein Peter Beyer ließ mit spitzer Zunge das Dorfleben im Jahr 2015 Revue passieren. Die Holzbüttzje-Mitglieder sorgten als Tanzgarde "Blitzeblau-Rappelvoll" mit einer flotten Nummer für einen fulminanten Abschluss.

Quelle: NGZ
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