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Kaarst
Verurteilte Pflegerin kommt aus Kaarst

Kaarst:
Eine der angeklagten Altenpflegerinen ist verschwunden. Hier ist sie rechts im Bild und hält sich einen Aktenordner vors Gesicht. FOTO: Hans-Juergen Bauer
Kaarst. Bei der Pflegerin, die am Mittwoch vom Landgericht zu 6000 Euro Strafe verurteilt wurde, weil sie einem 104-jährigen Pflegeheimbewohner gemeinsam mit einer Kollegin eine Überdosis Morphin verabreicht haben soll, handelt es sich um eine Frau aus Kaarst.

Das bestätigte gestern die Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion. Sie teilte ebenfalls mit, dass die 51-Jährige bereits seit dem 13. Februar vermisst wird.

Die Frau war trotz Abwesenheit wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Zunächst war man von Mord ausgegangen, was aber bereits bei Prozessbeginn Anfang Januar in den Vorwurf des versuchten Totschlages abgemildert wurde. So hat sie dem Bewohner gemeinsam mit ihrer Kollegin die etwa hundertfach überhöhte Dosis wohl versehentlich verabreicht. Die Strafe fiel vergleichsweise mild aus. Trotzdem war die 51-Jährige nicht vor Gericht erschienen.

Ihr Arbeitgeber hatte die Frau als vermisst gemeldet, als diese nicht zum Dienst erschienen war. Beamte, die zur Wohnung der Vermissten gefahren waren, konnten die Frau dort nicht antreffen. Sie stellten aber fest, dass der Briefkasten länger nicht geleert wurde. "Das ist immer ein Anhaltspunkt, dass jemand länger nicht zu Hause war", sagt Polizeisprecherin Diane Drawe. Um sicherzustellen, dass sich die Frau nicht in hilfloser Lage in ihrer Wohnung befindet, öffnete die Feuerwehr die Tür, fand die Wohnung aber leer vor.

Nun sei die Kriminalpolizei mit der Vermisstenanzeige betraut. Das Verschwinden der Frau könne vielfältige Gründe haben, erklärte Diane Drawe. Ein Grund sei das Verfahren vor Gericht.

(csk)
 
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