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Kaarst
Die Stadt im "Tour de France"-Fieber

Kaarst im "Tour de France"-Fieber 2017
Goldschmiedemeister Patrick Lessmanhat Gravurplatten zur Tour gestaltet. FOTO: Lessmann
Kaarst. Farbenfroh, glänzend, kulinarisch und festlich: Zur Durchfahrt der Weltklasse-Radsportler am kommenden Sonntag präsentieren sich Einzelhändler, Vereine und Privatleute von ihrer kreativen Seite. Von Elisabeth Keldenich

Zwölf leuchtend bunte Fahrräder schmücken die Front des Büttgener Rathauses und stimmen auf die Tour de France ein. Fahrtüchtig sind sie nicht mehr, aber sie haben eine doppelte Symbolik: Sie sollen nicht nur Appetit auf das große Radrennen machen, sondern sind auch ein großes Dankeschön der Flüchtlinge an die Stadt Kaarst. "Menschen aus Syrien, Pakistan und Afghanistan haben die Räder begeistert und liebevoll bemalt", erzählt Initiator Konrad Wilms, ehrenamtlich in vielen Bereichen tätig - unter anderem organisiert er die jährlich stattfindende Altwarensammlung 'Lumpenpack' der Pfarrgemeinde Sankt Martinus. "Dabei hatten wir schrottreife Räder bekommen, die ich vor der 'Entsorgung' gerettet habe", sagt der ehemalige Rektor der Nettetaler Comeniusschule.

Zwölf bunte Fahrräder schmücken das Büttgener Rathaus zur Tour de France. FOTO: dagi

Schon vor einem Jahr war ihm die Idee gekommen, anlässlich der Tour de France Fahrräder zu bemalen. "Solche bunten Räder mit Blumenschmuck sieht man ja oft am Niederrhein", sagt er. Zugleich war die Malaktion eine gute Gelegenheit für die Flüchtlinge, sich auf diese Weise für die von der Stadt gespendeten Fahrräder zu bedanken: "Die Stadt hatte 500 Räder locker gemacht, die von einer Werkstatt unter Leitung von Herbert Palmen wieder instand gesetzt wurden", erklärt Wilms. Auf dem Hof der Familie Schages wurden die Räder über Pfingsten an fünf Tagen bemalt. "Wir haben die freie Zeit genutzt, da die Flüchtlinge dann keine Schule haben", erläutert Wilms. Schützenkönig und Malermeister Dirk Andreas hatte Restbestände an Lacken und Farben gespendet, damit die Räder zur Tour farbenfrohe Hingucker sein können. Auch der Kaarster Weinhändler Gert Sampers vom Handelskontor Domaine Gérard hat sich zum härtesten Radrennen der Welt, das am kommenden Sonntag durch Büttgen rollen wird, einfallen lassen: Er bietet 'Tour-Wein' mit einem individuell gestalteten Etikett "Tour de Kaarst" an. Der Wein kann am 2. Juli im französischen Pavillon auf dem Rathausplatz genossen und auch käuflich erworben werden.

Goldschmiedemeister Patrick Lessmann hat sein Schaufenster am Büttgener Rathausplatz mit selbst kreierten Gravurplatten zur Tour gestaltet: "Die Messingplatten zeigen einen stilisierten Radfahrer mit dem Schriftzug 'Bonjour de Tour'", erläutert er. Das Autohaus Wellen bietet am 2. Juli Live-Musik, Grillwürstchen und einen Bierwagen an, während Bäckerei Puppe schon ab Montag, 26. Juni ganz auf Frankreich einstimmt: "Die Franzosen sind ein Volk der kulinarischen Genüsse. Wir backen Brioches (Hefegebäck), Éclairs ('Liebesknochen')und gefüllte Tarte de Pommes (Apfelkuchen)", berichtet Geschäftsführerin Birgit Neisser. Küppers Baustoffe begrüßen alle, die nach Büttgen kommen mit einem großen "Tour hautnah"-Banner. Das werden auch die Büttgener Sankt Sebastianusschützen am Sonntag tun. "Wir organisieren mit allen fünf Kaarster Bruderschaften ein großes Biwak auf dem Hof der Pampusschule. Dort hat man einen super Blick auf die Radfahrer", sagt Präsident Raymund Braun.

Alle Tour-Etappen im Überblick FOTO: ap, PDJ
Quelle: NGZ
 
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