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Kaarst
Kaarster musizieren für Asylbewerber

Kaarst: Kaarster musizieren für Asylbewerber
Wollen (etwas) mit Musik bewegen (v.l.): Bürgermeister Franz-Josef Moormann, Ute Walter vom Arbeitskreis "Asyl", Dirk Hörsken (Chor der Stadt Kaarst) und Kantor Wolfgang Weber. FOTO: Anja Tinter
Kaarst. Unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters wird es am Freitag ein großes Benefiz-Konzert geben. Von Bärbel Broer

Ob Soul oder Pop, ob klassische oder afrikanische Lieder - ein ganz besonderes Konzert veranstalten unterschiedlichste Kaarster Künstler am kommenden Freitagabend im Atrium des Kaarster Rathauses. Der Clou: Der Eintritt ist frei, aber um Spenden wird gebeten. Und diese gehen direkt an den Ökumenischen Arbeitskreis "Asyl" zur Unterstützung verschiedener Projekte für die Flüchtlinge in Kaarst.

Die Idee zu diesem Benefizkonzert hatte Wolfgang Weber, Kantor der evangelischen Kirche, während des Stadtfests "Kaarst total". "Noch beim Empfang hatte ich unseren Bürgermeister darauf angesprochen", erzählt Weber. Bei Franz-Josef Moormann rannte er mit seinem Vorschlag offene Türen ein: "Das Benefizkonzert ist eine richtig gute Idee. Denn das Thema Flüchtlinge müssen wir auf allen Ebenen angehen und für eine positive, emotionale Aufnahme sorgen", so Moormann, der auch gleich die Schirmherrschaft übernahm.

Veranstalter des Konzerts ist zwar die Evangelische Kirchengemeinde in Kaarst, "doch das Konzert ist keineswegs konfessionell gebunden", so Weber. Menschen jeglichen Glaubens sowie Musikbegeisterte generell seien im Rathaus willkommen. Für das Benefizkonzert konnte Weber zahlreiche Mitwirkende gewinnen. "Die Hilfsbereitschaft ist übergroß. Wir könnten locker ein Konzert über sieben Stunden Dauer füllen", sagt der Kantor. Als überzeugter Wagnerianer sind ihm solche Längen zwar nicht unbekannt, doch jetzt steht ein abwechslungsreiches Programm von etwa zwei Stunden Dauer.

Mit von der Partie sind drei Chöre: der katholische Kirchenchor Vorst sowie der Chor der Stadt Kaarst und der evangelische Gospelchor "Chorus of Joy", dem seit etwa anderthalb Jahren auch zwei afrikanische Flüchtlingsfrauen als feste Ensemblemitglieder angehören. Der Flüchtlingsthematik entsprechend wurden auch einige Lieder ausgewählt. So singt der Operntenor und Pop-Produzent Sascha Dücker "Stille Tränen in der Fremde" von Robert Schumann, der Chor der Stadt Kaarst unter anderem das Lied "Irgendwo auf der Welt" von den Comedian Harmonists und zum Abschluss will Wolfgang Weber mit allen Protagonisten und dem Publikum gemeinsam den berühmten Song von Michael Jackson "We are the world" anstimmen.

Ute Walter vom Ökumenischen Arbeitskreis "Asyl", dem die Spendeneinnahmen zu hundert Prozent zugutekommen, ist begeistert von den Konzertplanungen. Die Spenden werden in laufende und kommende Projekte fließen, kündigt sie an. So unterstütze der Arbeitskreis beispielsweise Deutschkurse für Flüchtlinge, habe ein Garten-Hochbeet hinter der Auferstehungskirche angelegt und vermittle ehrenamtliche Helfer, die sich für Flüchtlinge engagieren.

Bislang haben sich rund 70 Ehrenamtler bei ihr gemeldet. "Tendenz steigend", so Walter. Um jeden Interessierten kümmert sie sich persönlich. "Denn die ehrenamtlich Tätigen sollen Spaß an ihrer Aufgabe haben", erklärt Walter. Ob Basteln, Deutsch unterrichten oder Begleitung bei Behördengängen - je nach Neigung werden ehrenamtlich Interessierte vermittelt. Denn Walter ist wichtig: "Ich möchte, dass nachhaltige Kontakte entstehen."

Quelle: NGZ
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