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Kaarst
Kaarster Schützen feiern ihr Königspaar

Kaarst. Die Festtage waren ein voller Erfolg - trotz kurzer Sorge um Schülerprinz Fritz Herbort, der mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte. Von Rudolf Barnholt

Als das Schützenfest am Samstag um 12 Uhr mit Böllerschüssen eröffnete wurde, herrschte strahlender Sonnenschein. Das gute Wetter sollte zwar kein beständiger Begleiter bleiben. Aber es hätte schlimmer kommen können. Außerdem war die Stimmung hervorragend und das Festzelt ebenso wie der Kirmesplatz sehr gut besucht. Und die Beliebtheit des Schützenkönigspaares Axel und Nici Hebmüller ist sowieso unbestritten.

Ein kleiner Aufreger, bevor das Fest so richtig begann: Bei der Gedenkfeier auf dem Friedhof am Jungfernweg musste ein Schütze wegen Kreislaufproblemen behandelt werden. Es war kein betagtes Ehrenmitglied, sondern Schülerprinz Fritz Herbort. Als der 15-Jährige dann doch noch zur Eröffnung des Schützenfestes erschien, wurde er mit einem Riesenapplaus begrüßt. Zuvor hatte es noch geheißen, er sei auf dem Weg ins Krankenhaus.

Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus nahm beim Fassbieranstich die Hilfe von Platzmeister Rico Wallfass in Anspruch - so ging kaum ein Tropfen des wertvollen Gerstensaftes daneben. Die Bürgermeisterin bedankte sich nicht nur für diese Hilfe, sondern auch für den tollen Festplatz mit vielen alten und etlichen neuen Attraktionen.

Präsident Claus Schiffer hatte sich gestern am Ehrenmal von dem Schlagerklassiker "Du weißt, ich liebe das Leben" inspirieren lassen - einen Song von Vicky Leandros, den die Bundes-Schützenkapelle Neuss unter der Leitung von Martin Lorenz zuvor gespielt hatte: "Genießt die Tages des Frohsinns", lautete der Appell des Präsidenten.

Schall und Rauch: Heinz Heger vom Büdericher Artillerieverein von 1922 gab mit seiner über 60 Jahre alten Kanone Salutschüsse ab, die wohl im ganzen Dorf zu hören gewesen sein dürften.

Höhepunkt war die Parade, die Konny Wilms jetzt zum 14. Mal auf höchst launige Weise moderierte. Er weiß nicht nur, was es im Regiment Wissenswertes gibt, sondern auch rechts und links des Paradeweges. So begrüßte er vier Gäste aus der Kaarster Partnerstadt La Madeleine (Frankreich) - den stellvertretenden Bürgermeister Christian Janssens und drei Ratsmitglieder.

Das Wartehäuschen an der Bushaltestelle vor dem Rathaus war kurzerhand zur Lounge für die Schützenkönigin und ihre Ministerinnen geworden. "Nächstes Jahr kommt noch rote Auslegeware hinzu", kündigte Stadtsprecherin Sigrid Hecker an. Konny Wilms erzählte einige Anekdoten. Eine Kostprobe: "Ich war in dieses Mädchen verliebt", verriet Wilms und meinte die Ministerin Mathäa Schiffer. Und er fügte eine gewisse Tragik hinzu: "Ich wohnte nahe der Bäckerei Schop und sie kaufte ihre Brötchen bei Sterken." Lange ist's her.

Konny Wilms' Gattin Mia sorgte beim Schützenfest für selbstgemachte Pappuniformen. Die Idee: Kinder sollten sich spontan als Mini-Schützen verkleiden, Konny Wilms übte mit den Kids einen Reim ein: "Axel Hebmüller - er ist ein Knüller." Viele Kinder zögerten, obwohl ihnen als "Gage" ein Eisgutschein versprochen worden war - und am Schluss gab es deutlich mehr Mädchen, die sich als Schützen verkleidet hatten als Jungen. Ein Höhepunkt der Parade mit ihren 1525 Schützen und Musikern waren wie immer die Blumenhornträger. Ein Blumenhorn in den Farben Schwarz, Rot, und Gold war mit einem kleinen Fußball geschmückt - ein dezenter Hinweis auf die Fußball-Europameisterschaft. Da fiebern die Kaarster natürlich mit der Elf von Jogi Löw.

Konny Wilms hatte viel zu erzählen und zu interviewen - so stellte er mit Helwig Michels (92) einen Mann vor, der der Bruderschaft seit 85 Jahren angehört - und er führte Gespräche mit Bernd Hoeveler, Christian Coenen und Randolf Coburg vom Neusser Reitercorps 1828, dem König Axel I. Hebmüller angehört. Sie verrieten, dass der Kaarster Schützenkönig das Amt des Kreisreiterverbands-Vorsitzenden anstrebt, Langeweile für ihn deshalb auch nach der Regentschaft kein Thema sein wird.

Quelle: NGZ
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