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Kaarst
Kaarster See ersetzt das Taufbecken

Kaarst: Kaarster See ersetzt das Taufbecken
Vollen Einsatz zeigten Täuflinge und Pfarrerin im Kaarster See. FOTO: A.Tinter
Kaarst. Evangelische Kirchengemeinde nimmt bei Zeremonie 22 Neuchristen auf.

Ein Mann mit Schlips und Kragen sitzt bei strömendem Regen auf einer karierten Decke am Ufer des Kaarster Sees, einen Regenschirm in der Hand: Es waren ungewöhnliche Bilder am Sonntagmorgen. Die rund 250 Menschen waren alles andere als klassische Sommerfrischler: 22 Kinder, Jugendliche und Erwachsene wurden getauft. Bereits vor zwei Jahren hatte der Kaarster See das Taufbecken ersetzt. Die Zeremonie dürften die Täuflinge nicht vergessen.

Jetzt nur nicht zu spät kommen: Matthias Falke gab Vollgas, um pünktlich zu sein. Der 36-Jährige, der mit seiner Familie seit kurzem in Kleinenbroich lebt, wollte sich endlich taufen lassen. Auch Töchterchen Giuly, gerade mal fünf Monate alt, gehörte zu den 22 Täuflingen. Wie kommt man im fortgeschrittenen Alter zu der Entscheidung, Versäumtes nachzuholen? "Ich habe eigentlich immer schon die zehn Gebote gelebt, und jetzt war es für mich an der Zeit, mich endlich taufen zu lassen", sagte Matthias Falke. Alles war bestens organisiert, die "Arbeit" teilten sich Maike Neumann, Anette Begemann und Martin Pilz. Sie zeigten vollen Körpereinsatz und gingen mit ihren schwarzen Talaren ins Wasser. Unter einem Pavillon standen die Taufkerzen bereit, die die älteren Täuflinge bei einem Workshop mit Symbolen selbst gestaltet hatten.

Pfarrer Martin Pilz hatte daran erinnert, dass sich Jesus auch erst als Erwachsener hatte taufen lassen, und zwar im Jordan. "Wasser ist Leben", stand auf einer im Wind flatternden Fahne der Kreiswerke - dieser Werbeslogan beantwortete zum Teil die Frage von Pfarrer Pilz nach der Bedeutung des feuchten Elements.

Immer wieder regnete es. Pilz tröstete sich: "Das Wetter hätte noch schlechter sein können." Christiane Wünsche rief die Namen der Täuflinge auf - höchste Zeit jetzt, die Hosenbeine hochzukrempeln. "Zum Glück ist das Wasser nicht kalt", sagte ein Junge. Vertreter der DLRG hielten sich dezent im Hintergrund - Gefahr drohte nicht, weil der kleine Kaarster See an dieser Stelle sehr flach ist. Durchgefroren, mit teils durchnässter Kleidung und Taufurkunde ging es anschließend in die Lukaskirche, wo es heißen Kaffee und Kuchen gab.

(barni)
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