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Kaarst
Kabarettist mit Bildungsauftrag

Kaarst. Philip Simon sorgt im Einstein-Forum für unterhaltsame Horizonterweiterung.

Vor rund zwei Jahren hat Philip Simon im Albert-Einstein-Forum Geschichte geschrieben: Erstmals brach ein Kleinkünstler seinen Auftritt wegen akuter gesundheitlicher Probleme ab. Damit ging er jetzt sehr locker um: "Ich bespreche mich mit meinem Ärzteteam", sagte er scherzhaft, als er sein Publikum in die Pause entließ.

"Ende der Schonzeit" heißt das neue Programm, das inhaltlich so viel anders nicht ist als das zahlreicher anderer Kleinkünstler. Aber bei Philip Simon, der seine Wurzeln in den Niederlanden hat, klingt Kritik an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht ganz so hart, wie sie tatsächlich ist. Es geht immer wieder um die "Verrückten in dieser Welt". Simon kommt mit einer Art Bildungsauftrag, er möchte den Horizont seiner Zuschauer erweitern und tut dies auf sehr unterhaltsame Art.

"Tagsüber ist er bei den Bayern und abends muss er nicht bei seiner Frau schlafen, das ist doch keine Strafe", fiel ihm im Zusammenhang mit dem Freigänger Uli Höneß ein. Und warum sollten nicht die Schrottplatzkönige, die Ludolfs, Verteidigungsminister werden? Die Ausrüstung der Soldaten sei doch ohnehin ziemlich schrottig.

Manchmal mimt Simon zu sehr den Prediger, der andere bekehren möchte. Ein Beispiel ist das Plädoyer für den Gutmenschen Edward Snowdon, der es laut Simon verdient, in Deutschland Asyl gewährt zu bekommen. "Wie frei sind wir wirklich?", lautet eine Kernfrage des Klartext-Sprechers. Da werden Konzerne wie Apple mit ihren Produkten fast schon zu einem Religionsersatz. Wie sehr die Werbung enttäuscht, machte der Ex-Raucher am Beispiel der Zigarettenwerbung deutlich: "Ich wollte sein wie der Marlboro-Mann und bin zum HB-Männchen geworden."

(barni)
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