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Kaarst
Kabarettist Robert Griess macht die Politik nieder

Kaarst. "Aktuell. Aberwitzig. Abgefahren" heißt das Programm von Robert Griess, mit dem er ins Albert-Einstein-Forum kam. Die Besucher merkten schnell, dass das Aktualitätsversprechen auch eingelöst wird: Griess ließ sich über die Entscheidung der Kanzlerin, die Klage gegen Jan Böhmermann zuzulassen, aus. Seine Vermutung: Erdogan wird für Merkel das, was Putin einst für Gerhard Schröder war: ein lupenreiner Demokrat. Seine Spekulation: "Soll Angela Merkel in den Harem von Erdogan integriert werden?" Und er kündigte an: "Der ganze Abend wird ein Schmähgedicht." Worüber er sich wunderte: "Neben 80 Millionen Fußballtrainern gibt es jetzt 80 Millionen Satire-Kenner."

Dann schaltete Griess in den normalen Modus für die Bundespolitik. Andrea Nahles wurde zur "zarten sozialistischen Seele, gefangen im Körper einer russischen Kugelstoßerin", und Alexander Dobrindt sei "als Kind dreimal in die Luft geworfen, aber nur zweimal aufgefangen worden". Unter der Überschrift "Man muss sie nur reden lassen" zitierte er Politiker mit Aussagen wie dieser: "Pferd im Rindfleisch ist eine Sauerei."

Und er machte, ganz im Stil von Volker Pispers, eine Rechnung auf: Die einst für 1000 Euro erworbenen Aktien seien nur noch 112 Euro wert. "Wenn ich damals Bier für 1000 Euro gekauft hätte, hätte ich jetzt Leergut im Wert von 200 Euro", erfuhr das Publikum. Robert Griess ist zu alt, um zu den "jungen Wilden" auf den Kleinkunstbühnen zu gehören, mithalten kann er mit diesen jedoch noch locker.

(barni)
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