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Kaarst
Kabarettist Stadelmann ist auf der Bühne ein Chamäleon

Kaarst. Ingmar Stadelmann hat in den vergangenen fünf Jahren jede Menge Preise eingeheimst, zuletzt 2015 den Jury- und Publikumspreis beim 15. Großen Kleinkunstfestival. Höchste Zeit also, in Kaarst sein Programm "#humorphob" vorzustellen.

Der 35-Jährige, der auch als Radiomoderator arbeitet, ist auf der Kleinkunstbühne ein Chamäleon: mal sinnierend wie Dieter Nuhr, dann wieder der Stand-up-Comedian im Stile eines Mario Barth, dem kein Thema zu banal ist. Mit Blick auf den Rechtsruck in Frankreich und Polen bemerkte er: "Wir sind umzingelt von Nazis." Und er hatte erstaunliche Erkenntnisse parat, weiß zum Beispiel, warum Veganer leicht reizbar sind: "Weil sie selber aus Fleisch sind - das ist so, als ob du gegen Nazis bist und gleichzeitig in einer SS-Uniform herumläufst." Facebook ist für ihn "RTL 2 zum Mitmachen" - und er wies in diesem Zusammenhang auf ein Paradoxon hin: "Du schreibst mit Leuten, mit denen du nie reden würdest." Eine Anspielung auf die Afd-Politikerin, die sich vorstellen kann, dass gegen Flüchtlinge auch von der Schusswaffe Gebrauch gemacht werden kann: "Der Storch bringt uns die Kinder, die Storch bringt sie um."

Die Themenvielfalt ist enorm: Von "Sex mit Tieren" über Walgesänge bis hin zum IS hat Stadelmann alles drauf und präsentiert es mit großer Spielfreude. Warum er den Islamischen Staat nicht fürchtet: Mit ihren Toyotas kämen sie in Deutschland, dem Highspeed-Kalifat, nicht weit. Nach der Pause beantwortete er Zuschauerfragen wie diese: "Ist die Kniekehle eine erogene Zone?" Er probierte es bei Zuschauerin Petra aus - und die verneinte diese bedeutsame Frage.

(barni)
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