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Kaarst
Künstlerehepaar arbeitet mit Schrift und Bild

Kaarst. In der Galerie Splettstößer zeigen Gesine Lersch-van der Grinten und Martin Lersch ihre Werke.

Martin Lersch ist in erster Linie Zeichner, Illustrator und Maler. Aber er ist auch Musiker. Bei Ehefrau Gesine Lersch-van der Grinten ist es genau umgekehrt: Die Tochter des berühmten Sammlers Hans van der Grinten ist ausgebildete Opernsängerin, sie betätigt sich aber auch als bildende Künstlerin. Wie sehr die Werke der beiden Eheleute miteinander harmonieren, ist noch bis zum 3. Oktober in der Galerie Splettstößer unter dem Titel "gefügt verbunden geschaffen" zu sehen.

Die 47-Jährige macht aus Schrift Kunst. Sie wählt Texte aus, die ihr besonders am Herzen liegen. In einer vergleichsweise großformatigen Arbeit hat sie das Gedicht "Lebenslauf" von Hölderlin in Malerei transformiert. Auch Texte von Georg Kreisler hat sie so umgewandelt. Sie greift dabei gerne zu kräftigen (Wasser)-Farben, betont Teile des Bildes, arbeitet Formen heraus und collagiert gerne.

So verwendet sie neben Streichhölzern auch die Holzstäbchen, mit denen der Arzt bei einer Halsuntersuchung auf die Zunge des Patienten drückt. Einige Bilder weisen kaum oder gar keine Schrift auf, sie bestehen vielmehr aus geometrischen Formen in gewohnt leuchtenden, kräftigen Farben. Dabei handelt es sich um Entwürfe für ihre streng limitierten Sitzwürfel, von denen einige ebenfalls in der aktuellen Ausstellung zu sehen sind.

Martin Lersch, Jahrgang 1954, zeigt unter anderem Bilder der Serie "J'aime pictures malen". Er greift dabei zurück auf den Bilderfundus der Kunstgeschichte, wobei die Begeisterung für die Malerei von jedem einzelnen Bild ablesbar ist. Martin Lersch interpretiert die Bilder großer Meister auf seine Weise neu, trotzdem bleibt erkennbar, von wem er sich hat inspirieren lassen - unter anderem auch von Gottfried Wiegand. Und von der italienischen Renaissance.

Von dort ist der Weg nicht weit bis zum Medici-Zyklus von Rubens, den Martin Lersch komprimiert und auf sehr leichte Weise neu interpretiert hat. Zeichnerische Elemente und die zarte Tuschemalerei ausschließlich in Grautönen und der Verzicht auf Hintergründe verleihen diesen Bildern etwas Leichtes, Schwebendes. Passgenau hat Gesine Lersch-van der Grinten ihre Schriftbilder dazwischengeschoben. Die Texte stammen dabei von dem Choreographen Royston Maldoom.

Die Ausstellung ist noch bis zum 3. Oktober zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstags, mittwochs und freitags von 15 bis 18.30 Uhr, donnerstags von 15 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 12.30 Uhr sowie nach Vereinbarung. Am 3. Oktober zur Finissage gibt es um 16 Uhr eine Musikperformance.

(barni)
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