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Kaarst
Lammertzhof feiert Fest mit 42 Ausstellern

Kaarst. Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth und NRW-Umweltminister Johannes Remmel sind Kunden auf dem Lammertzhof. Zum 26. Hoffest waren sie zwar nicht da, dafür jede Menge andere Besucher, vor allem Familien mit Kindern. Es gab viel zu entdecken. 42 Aussteller waren gekommen - das ist neuer Rekord. An neun Verpflegungsständen war der Andrang groß. Die längste Schlange gab es am Pizza-Stand. Drei Bands sorgten für Unterhaltung.

Aber das Hoffest hatte auch ein anderes Gesicht, ein nachdenkliches, politisches. Hofherr Heiner Hannen zeigte Zähne: Vorne an seinem Traktor waren sie noch zu sehen, schwarz und aus Pappe, ein Imitat eines Schaufelradbaggers im Braunkohletagebau: "Die Heimatfresser" nennt Hannen diese Monster. Susanne Ebrahim von "Gemeinwohl-Ökonomie" warb für ein anderes Wertesystem, weg vom bekannten Bruttosozialprodukt, hin zu einer Bewertung von Solidarität, sozialer Gerechtigkeit und Menschenwürde. Christian Felber, Attac-Mitbegründer in Österreich und Verfasser von Büchern zum Thema "Gemeinwohl-Ökonomie", war ebenfalls auf dem Hoffest.

Einen Burger vom womöglich künftigen Bürgermeister? Christian Gaumitz und seine grünen Parteifreunde verteilten keine Wahlgeschenke, sondern verkauften Buletten. Gisela Dombrowsky aus Neuss warb für einen Kursus in Lach-Yoga. Die Kinder entspannten sich bei der Kettcar-Rallye rund um Strohballen, probierten eines der Laufräder des ADFC aus, bastelten Vogelscheuchen und erfuhren am "Schicksalsrad" von "Terre des hommes", dass es keine Selbstverständlichkeit ist, in einem Land wie Deutschland zu leben, und dass viele Kinder dieses Glück nicht haben. Am Nabu-Stand machte Ulrike Silberbach folgende Erfahrung: "Das Interesse an Insektennisthilfen ist groß. Viele Besucher fragen, was sie für die Wildbienen tun können." Für den Habicht, den Vogel des Jahres, würden sich jedoch nur wenige interessieren. Dabei seien Greifvögel als "Gesundheitspolizei" nützlich und zugleich von illegaler Verfolgung bedroht.

Bedroht in seiner Existenz ist der Lammertzhof ganz sicher nicht. Trotz zunehmender Konkurrenz der Supermärkte lässt Heiner Hannen rund 2000 Abo-Kisten mit Öko-Artikeln pro Woche ausliefern. 92 Helfer waren beim 26. Hoffest im Einsatz.

(barni)
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