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Kaarst
Licht und Schatten in der Galerie "ARTraum"

Kaarst: Licht und Schatten in der Galerie "ARTraum"
Yvonne E. Schweidtmann zeigt ihre Werke bis 18. Juni. FOTO: woi
Kaarst. Sie hat an der Düsseldorfer Kunstakademie Freie Malerei studiert, war 1995 Meisterschülerin von Beate Schiff und stellt noch bis zum 18. Juni im "ARTraum thielemann" an der Sperberstraße in Kaarst aus: Yvonne E. Schweidtmann präsentiert mit 28 Gemälden eine kleinere Auswahl ihres künstlerischen Schaffens. Von Rudolf Barnholt

Der Düsseldorfer Publizist Frank Maier-Solgk, der die Malerin seit einigen Jahren kennt, näherte sich dem Werk der Künstlerin in seiner Einführungsrede über den Begriff des Malerischen, wie ihn der Schweizer Kunsthistoriker Heinrich Wölfflin im 19. Jahrhundert geprägt hat. Damit verbunden werden können die Gegensätze zwischen Innerem und Äußerem, Unsichtbarem und Sichtbarem, Eindrücken sowie Stimmungen und Emotionen.

Yvonne E. Schweidtmanns Bilder sind oft großfomatig und überwiegend in Gruppen gehängt, als da wären Landschaften, Stillleben und Porträts. Die Auseinandersetzung mit der Tradition dieser etablierten Genres steht aber nicht im Mittelpunkt, wenn die Künstlerin zu Farbe und Pinsel greift: "Es geht um jenes Malerische, um das Verhältnis von Hell und Dunkel, von Licht und Schatten, um die Verteilung der Farben, um Kompositorisches also, auch um das Verhältnis von bemalter und nur grundierter Fläche", erklärte Maier-Solgk.

Die Düsseldorferin verwendet bevorzugt Dispersionsfarbe, trägt sie oft mehrschichtig auf - ihre Gemälde sind also sehr komplexe Gebilde. Was auffällt, und zwar genreübergreifend: Yvonne E. Schweidtmann zeigt Mut zu außergewöhnlichen Farben. Sie kann sich diesen Mut erlauben, weil man bei ihr bereits während des Studiums ein ausgeprägtes Farbgefühl festgestellt hat.

Aktmalerei ist vor allem im Souterrain zu sehen, im Erdgeschoss zeigt die Künstlerin dann Porträts, die sie Kopfbilder nennt, weil sie ein Produkt ihrer Fantasie sind. Die Landschaftsimpressionen sind trotz des hohen Abstraktionsgrades bei genauerem Hinschauen entschlüsselbar. Florale Motive übernehmen bei den wenigen Kleinformaten schon mal die Hauptrolle und bei den großformatigen stark abstrahierten Seerosenbildern sind die Pflanzen für den Betrachter so etwas wie ein Halt, anhand dessen er sich durch das Bild hangeln kann.

Yvonne E. Schweidtmann ist übrigens eine vielseitige Kreative: So hatte sie die Kostüme für eine Tanzperformance im vergangenen Jahr im Rahmen eines Konzerts auf der Museumsinsel Hombroich die Kostüme entworfen.

Quelle: NGZ
 
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