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Kaarst
Martinusschule feiert 100 Jahre und bangt um ihren Fortbestand

Kaarst: Martinusschule feiert 100 Jahre und bangt um ihren Fortbestand
Elmira (5) und Aberina (3) nutzen das Schulfest der Martinusschule vor allem, um zu basteln. FOTO: ati
Kaarst. Die Martinusschule ist jetzt 100 Jahre alt. Dieser runde Geburtstag war am Samstag Anlass für ein Fest. Die Schule wurde bis 1967 als Volksschule genutzt, ist heute eine Förderschule für Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung und in ihrem Fortbestand gefährdet: "115 Schüler aus Kaarst, Meerbusch und Korschenbroich werden unterrichtet, es gibt aber eine Vorgabe, nach der die Mindestschülerzahl bei 140 liegt", erklärte Wienke Sälzer, die die Martinusschule seit 15 Jahren leitet.

Immerhin gab es viel Lob auf der Geburtstagsfeier. Die Leiterin des Kreisschulamtes, Elke Stirken, gab zu verstehen, dass man bei der Kreisverwaltung nach Übernahme der Trägerschaft zum Schuljahr 2013/2014 sehr schnell gemerkt habe, "dass hervorragende Arbeit geleistet wird". Während der Zeugnisausgabe in der Aula der benachbarten Realschule führte der Physiklehrer Ralf Helling die ersten Besucher durch das 100 Jahre alte Gebäude. "Ich bin hier 1950 eingeschult worden", erklärte Irmgard Ross. Und sie erkannte, dass viele Details und Ausstattungsmerkmale wie das Treppengeländer, die Eingangstüren oder die Fliesenböden immer noch dieselben sind.

Obwohl der Putz hier und da bröckelt, ist die frühere Volksschule immer noch ein imposantes Gebäude. Sie galt einst als eine der schönsten Landschulen im Regierungsbezirk Düsseldorf. Eine Ausstellung mit vielen Fotos verrät unter anderem: "Die 1915 fertiggestellte Schule galt damals als Vorzeigeobjekt. Sie verfügte über allen modernen Komfort wie sieben helle Klassenräume und Zentralheizung." In Zeiten, als ein Badezimmer längst noch nicht in jeder Wohnung zu finden war, gab es im Keller schon ein Schüler- und Volksbad. Die Duschen und Badewannen, die für kleines Geld benutzt werden konnten, waren eine Alternative zur heimischen Zinkwanne. Erwachsene Frauen absolvierten einst in der Jubiläumsschule Haushalts- und Handarbeitskurse. Initiator des damaligen Schulneubaus war der Bürgermeister Bergerfurth, nach dem in der Nähe der Schule eine Straße benannt ist.

(barni)
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