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Kaarst
Mehrere hundert Bürger bei Demo gegen den Konverter

Kaarst: Mehrere hundert Bürger bei Demo gegen den Konverter
Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer bei der Versammlung, die im Wendekreis vor dem Mercure-Hotel stattfand, auf mehr als 250. FOTO: Anja Tinter
Kaarst. Viele Bürger haben gestern Nachmittag gegen den geplanten Doppelkonverter im Kaarster Norden protestiert. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer bei der Versammlung, die im Wendekreis vor dem Mercure-Hotel stattfand, auf mehr als 250. Im Haus hatte der Netzbetreiber Amprion zur Info-Veranstaltung eingeladen, davor die Bürgerinitiative zur Großdemonstration aufgerufen.

In der Kundgebung richtete Martina Deckert das Wort an die Amprion-Vertreter und forderte Antworten auf offene Fragen ein. "Ein Doppelkonverter dieser Größe darf nicht in der Nähe von Wohnbebauung errichtet werden. Wir wissen nicht, welche Gefahren er birgt, und auch Amprion hat darauf bisher keine konkreten Antworten gegeben. Also wissen sie es auch nicht", sagte Deckert. Sie kritisierte, dass der Netzbetreiber seinen eigenen Kriterienkatalog für die Standortsuche mit der Festlegung auf die sogenannte "Dreiecksfläche" missachtet hätte. Der Katalog, so Deckert, würde jede Fläche ausschließen, die im Regionalplan bereits einer anderen Bestimmung zugeordnet sei - in diesem Falle also dem Abbau von Kies. Die Bürgerinitiative protestiere gegen den Konverter, weil sie die Lebensqualität in Kaarst erhalten möchte und zu Fluglärm und Autobahn keine weitere Emission dulde.

2014: Bürger demonstrieren gegen Konverter in Dormagen FOTO: L. Hammer/cw-

Bio-Landwirt Heinrich Hannen ging noch weiter in seiner Forderung: "Es braucht nicht nur keinen Konverter in Kaarst, sondern überhaupt nicht", sagte er. Der Ausbau von dezentraler Stromproduktion wie etwa durch Solar-, Wind- oder Wasserenergie würde einen Stromkonverter dieser Form unnötig machen, so der Landwirt.

Anhand eines selbst gebauten Modells konnten die Dimensionen der rund 20 Meter hohen Hallen für den Konverter nachvollzogen werden. Maßstabsgetreu stand ein vierstöckiges Haus daneben, ebenso wurde der mögliche Flächenverbrauch im Vergleich zum alten Ikea-Möbelhaus dargestellt. Im Hotel präsentierte Amprion eine ähnliche Ausstellung wie bei der ersten Info-Veranstaltung im Dezember. An einer Tafel markierten die Besucher, welche Fragen sie besonders drängen: Die Konsequenzen für Mensch und Natur sowie die generelle Begründung für den Konverterbau interessieren sie am meisten.

(stef)
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