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Kaarst
Mit Bildern gegen das Vergehen

Kaarst. Unter dem Titel "Skripturen" stellt Frank Hinrichs in der Städtischen Galerie aus. Zur Eröffnung morgen um 12 Uhr spricht Philosoph Andreas Steffens. Von Rudolf Barnholt

"Skripturen" lautet der Titel der Ausstellung von Frank Hinrichs, die morgen um 12 Uhr in der Städtischen Galerie im Rathaus eröffnet wird. Hier zeigt er sehr ungewöhnliche Malerei. Seine Arbeiten sind durchdrungen von seiner Liebe zur Philosophie - kein Wunder, dass mit Andreas Steffens ein Philosoph die Eröffnungsrede halten wird.

"Wer sucht, der findet nicht", lautet ein Motto von Frank Hinrichs. Er suchte lange Zeit keine Käufer für seine Bilder und wurde von Kunstsammlern dennoch entdeckt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die vier Bilder, die "Broken Flowers" heißen. Sie gehören zu einer der sieben sehr unterschiedlichen Werkgruppen "Skripturen". Der Betrachter dieser imposanten, jeweils 210 mal 160 Zentimeter großen Bilder glaubt, Gegenständliches zu erkennen und geht Frank Hinrichs damit auf den Leim: "Sie wirken figurativ, stehen aber dem Informel sehr nahe." Die Bilder lassen an Wiesen denken, auf denen etwas passiert ist: Die Verletzungen der Natur könnten durch Menschen, Tiere, ein Unwetter oder Maschinen erfolgt sein. Die Absicht des 59-Jährigen war das nicht. "Meine Bilder entstehen, indem ich zerstöre und neu generiere", sagt Frank Hinrichs. "Broken Flowers" beinhalten einen Verfallsprozess. Dem Vergehen eine Kraft entgegenzusetzen, ist ein Anliegen des Künstlers. Zu sehen sind keine real existierenden Pflanzen, auch wenn es entsprechende Assoziationen gibt. "Vor der Erstarrung" ist ebenfalls eine sehr komplexe Arbeit. Die Schrift ist nicht entzifferbar, sie scheint sich unter einer Schicht wie aus Wachs zu verflüchtigen. Auf einem anderen großformatigen Bild dominiert ein Barock-Endlosmuster. Mit Mitteln der Malerei schafft es der Bildhauer, der in Düsseldorf bei Alfonso Hüppi studiert hat, den Eindruck eines gewölbten Bildgrundes zu vermitteln. Zur Ausstellung gehören auch kleinere Arbeiten auf Papier und aus Aluminiumblech. Eher selten greift Hinrichs zum Pinsel: Er trägt die Farben auf und traktiert sie dann mit Gummis, übt mal mehr, mal weniger Druck auf den Malgrund aus.

INFO Die Ausstellung ist bis zum 28. Februar geöffnet.

Quelle: NGZ
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