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Kaarst
Mit Halteverboten den Verkehr regeln

Kaarst: Mit Halteverboten den Verkehr regeln
Vorerst wird es keine Ampel an der Ecke Giemesstraße/Einmündung Karlsforster Straße geben. Die Politik hofft, dem fließenden Verkehr grundsätzlich mit absoluten Halteverboten beizukommen. FOTO: Anja Tinter
Kaarst. Mit Blick auf das neue Baugebiet an der Karlsforster Straße werden Maßnahmen für den Straßenverkehr diskutiert. Von Rudolf Barnholt

Wer aus der Karlsforster Straße morgens nach links auf die Giemesstraße in Richtung Autobahn abbiegen möchte, muss mitunter viel Geduld aufbringen. Diese Situation wird sich noch verschärfen, wenn an der Karlsforster Straße bald die letzte größere zusammenhängende Baulandreserve im Kaarster Westen aufgebraucht wird - dort sollen rund 130 Wohneinheiten entstehen. Die Politik will die verkehrliche Situation auch in Zukunft einigermaßen erträglich machen und hat dafür Ideen entworfen und diskutiert.

Den Empfehlungen aus dem in Auftrag gegebenen Verkehrsgutachten wird dabei nicht in vollem Umfang gefolgt. Klar ist aber, dass das neue Baugebiet auf keinen Fall - wie ursprünglich angedacht - mit Hilfe eines "Bypasses" an den Jungfernweg angebunden werden soll. Zu langen Diskussionen führt hingegen die Frage, ob eine Ampelanlage an der Giemesstraße/Einmündung Karlsforster Straße eingerichtet werden soll. Die Meinungen dazu gehen auseinander.

"Wir wären schon für eine Ampel", erklärt Günter Kopp für die FDP und bedauert, dass die Westumgehung vom Tisch ist. Claudia Köppe (Die Grünen) spricht sich ebenfalls für eine Ampel aus, möchte aber auf eine Stellungnahme der Schulwegsicherungskommission nicht verzichten. "Die verkehrlichen Probleme sind jetzt schon da, sie werden sich durch die zusätzliche Bebauung noch verstärken", meint auch Heinrich Hannen (Die Grünen) und sieht die Ampel als "voll gerechtfertigt" an. Außerdem kämen so auch die Fußgänger sicher über die Giemesstraße.

Eine Anwohnerin hatte schon die langen Wartezeiten beklagt, die man zum Linksabbiegen schon jetzt in Kauf nehmen müsse - was auch für eine Ampel spreche. Gleichwohl wurde die Einrichtung einer solchen im Planungsausschuss mit zehn zu sieben Stimmen abgelehnt. Vor allem die CDU rät, auf die Investition in Höhe von rund 120.000 Euro zu verzichten. Falls sich herausstelle, dass es ohne Ampel nicht gehe, könne man die Empfehlung aus dem Gutachten immer noch umsetzen, heißt es von den Christdemokraten als Begründung.

Anja Weingran (SPD) denkt an eine Baustellenampelanlage, um Erkenntnisse zu erhalten, ob sie die Verkehrsströme besser fließen lässt. "Dem würde der Landesbetrieb Straßen nicht zustimmen", meint dagegen die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart weist zudem darauf hin: "Wenn die Ampel nicht kommt, muss es auch von südlicher Richtung kein Abbiegeverbot links in die Karlsforster Straße geben."

Die lange Diskussion führt schließlich zu einem gemeinsamen Beschlussvorschlag von SPD und CDU. Von der Einmündung von der Giemesstraße aus in die Karlsforster Straße soll bis zur Wilhelm-Raabe-Straße auf beiden Seiten ein absolutes, unbefristetes Halteverbot gelten. Von der Wilhelm-Raabe-Straße soll es darüber hinaus ein absolutes Halteverbot bis zu den Senkrechtparkern geben, dies allerdings nur auf der südlichen Seite und nur montags bis freitags in der Zeit von sieben bis neun Uhr.

Mit 16 Ja-Stimmen, einer Enthaltung und ohne Gegenstimme wird er angenommen. Aber: Die Beschlüsse sind als Anregung an die Verwaltung zu sehen, die als Ordnungsbehörde tätig werden wird.

Quelle: NGZ
 
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