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Kaarst
Mit Umzug nach Ostfriesland Mandat aufgegeben

Kaarst. Für Renate Fischer (CDU), die jetzt mit ihrer Familie bei Leer lebt, rückte Ulrich Orlinski in den Stadtrat nach. Von Rudolf Barnholt

Ulrich Orlinksi, Sohn eines Berufsmusikers und begeisterter Pianist, wollte im Rathaus als Bürgermeister die Erste Geige spielen. Dass die CDU schließlich Ulrike Nienhaus ins Rennen schickte, hat den 46-Jährigen nicht verbittert - im Gegenteil: "Ich freue mich sehr, jetzt endlich Ratsmitglied zu sein", versichert der Rechtsanwalt, der jetzt für Renate Fischer nachrückte. "Mit in die Politik einzugreifen, ist eine schöne Herausforderung. Und ich fühle mich in der CDU-Fraktion sehr wohl, obwohl nicht ich, sondern Ulrike Nienhaus zur Bürgermeister-Kandidatin gekürt wurde", sagt der Ehemann und dreifache Vater. Zusätzlich zum Rat wird er im Schulausschuss und im Kulturausschuss vertreten sein. Dass seine erste Ratssitzung vor Weihnachten erst nach Mitternacht zu Ende war, hat dem aktiven Schützen und Pfarrgemeinderatsmitglied die Freude an der Kommunalpolitik nicht nehmen können.

Seine Vorgängerin im Rat, Renate Fischer, hat eine mutige Entscheidung getroffen: Die 71-Jährige ist mit Ehemann Joachim (81) nach Barssel bei Leer in Ostfriesland gezogen. Das Paar hatte zunächst sein Haus in Büttgen aufgegeben, war in eine moderne Wohnung in zentraler Lage von Kaarst gezogen. Zuletzt hatten die Eheleute Fischer gemeinsam mit ihrem Sohn Frank (51), dessen Frau und deren beiden Töchtern in Vorst an der Antoniusstraße gelebt. Das Mehrgenerationenwohnen gefiel ihnen so gut, dass sie ihrem Sohn, der in Ostfriesland eine neue berufliche Herausforderung angenommen hat, gefolgt sind. In 100 Metern Entfernung leben jetzt auch die Eltern der Schwiegertochter, die Familie ist also noch größer geworden. "Kaarst vermisse ich schon, keine Frage, zumal der Innenausbau unseres Hauses noch nicht fertig ist", sagte Renate Fischer unserer Redaktion. Die Bankkauffrau, die zuletzt als Einkäuferin in der Modebranche gearbeitet hatte, lebte 46 Jahre in Kaarst. 16 Jahre engagierte sie sich für die CDU in der Kommunalpolitik und leitete die CDU-Geschäftsstelle. Ob sie in ihrer neuen Wahlheimat noch einmal politisch aktiv wird, stehe derzeit noch nicht fest. Was hingegen feststeht: "Die Beziehungen zu meinen Fraktionsfrauen werden weiterhin bestehen bleiben." Ein Gästezimmer stehe für Besucher bereit. "Das Klima ist hier sehr gut", wirbt Renate Fischer für ihren neuen Wohnort - Barssel habe einiges, was Kaarst nicht hat: einen Leuchtturm und einen direkten Zugang zur Nordsee.

Quelle: NGZ
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