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Kaarst
Mit weichem Herz für mehr Organspenden

Kaarst: Mit weichem Herz für mehr Organspenden
Aus weichem und warmen Baumwollstoff hat Christina Schmetzke ihr Modellherz genäht, mit dem sie die Werbung für Organspenden unterstützen will. FOTO: Anja Tin ter
Kaarst. Die angehende Designerin Christina Schmetzke beteiligt sich mit ihrem Modellherz an einer Werbekampagne für Organspenden und -paten. Von Bärbel Broer

Sie will zum Nachdenken und Diskutieren über das Thema Organspende anregen. Deshalb hat die Kaarsterin Christina Schmetzke, die an der Hochschule Niederrhein Design studiert, das ungewöhnliche Herzmodell Cor fertiggestellt. Dieses dreidimensionale textile Objekt hat sie gebaut für einen Plakatentwurf. Darauf zwei Hände, die das Herz umfassen, dazu die Sätze: "Fass dir ein Herz. Triff deine Entscheidung." Mit diesem Motiv nimmt sie auch am Organpaten-Preis 2016 teil.

Von dem Wettbewerb der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dessen Schirmherr Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ist, hatte Schmetzke per Zufall erfahren. Eine Freundin, die als Lehrerin arbeitet, und daher regelmäßig über derartige Wettbewerbe, an denen auch Schulen teilnehmen können, informiert ist, hatte die 34-Jährige auf den Organpaten-Preis 2016 aufmerksam gemacht. "Sie kannte meine Filzorgane, die im Rahmen einer Studienarbeit im dreidimensionalen Gestalten entstanden waren", erzählt Schmetzke. Niere, Leber und Herz - die drei am häufigsten benötigten Spenderorgane hatte sie aus Filz, Schläuchen und Wattefüllungen gebaut und anschließend vernäht. "Ich habe zwar keinen persönlichen Bezug zum Thema Organspende", erzählt sie. "Aber das Thema liegt mir sehr am Herzen." Zumal sie auch von ihrer Schwester, einer Assistenzärztin, immer wieder hört, dass es zu wenig Spenderorgane gebe.

Schmetzke möchte mit ihren Arbeiten lediglich für das Thema sensibilisieren und Berührungsängste nehmen, niemanden überzeugen. Sie wünscht sich eine Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende - egal, wie sich jemand entscheide, so Schmetzke.

Die Kaarsterin hat selbst seit vielen Jahren einen Organspenderausweis. Damals arbeitete sie noch als Bankerin. Denn Schmetzke hatte vor ihrem Design-Studium bereits eine Banklehre und ein Studium der Betriebswirtschaftslehre abgeschlossen und einige Jahre bei der Bundesbank in Frankfurt gearbeitet. "Das war damals eine Vernunftentscheidung", sagt sie. "Es hat lange gedauert, bis ich meiner inneren Stimme gefolgt bin."

Bereits während ihrer Zeit als Bankerin habe sie sich mit Zeichnen, Malerei, Bildhauerei und Design beschäftigt. Mittlerweile ist dies ihr Schwerpunkt, im Studium speziell die Bereiche Plastisches Gestalten und Künstlerische Druckgrafik. Die Entscheidung für die Kunst sei eine Bereicherung für ihr Leben: "Ich freue mich auf jeden nächsten Tag", erzählt sie freudestrahlend.

Für ihren Wettbewerbsbeitrag hat sie sich mit medizinischer Fachliteratur beschäftigt, um das Herz mit seinen verschlungenen Gefäßen möglichst detailgetreu nachzuarbeiten. Filmische 3-D-Modelldarstellungen vom Herzen hat sie bei Youtube gefunden. "Bewusst habe ich Baumwollstoff gewählt. Die Objekte sind dadurch weich und warm, wecken vielleicht sogar den Wunsch, sie zu berühren", erläutert sie. Im Gegensatz zu medizinischen Herz-Modellen aus Kunststoff, die eher einen kalten Eindruck weckten.

Erstmals stellt sie das Objekt Cor bei den Herzwochen im Rhein-Kreis Neuss vor. Erstaunlich gut gelungen - so sei das Urteil eines Kardiologen gewesen, erzählt Schmetzke.Anerkennend war auch die künstlerische Bewertung der drei Objekte aus "ihrem" Körperlabor vor zwei Jahren: Die Studienarbeit erhielt eine Eins.

Quelle: NGZ
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