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Kaarst
Neuer Verein "Cohousing" will junge Familien für Wohnprojekt gewinnen

Kaarst. Die Suche nach einem Grundstück für das Mehrgenerationen-Wohnen läuft auf Hochtouren. Als künftige Rechtsform kommt eine Genossenschaft infrage.

Arbeitsintensiv, aber auch ergebnisreich war das mehrtägige Treffen von knapp 20 Interessierten, die ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Kaarst realisieren wollen: Auf Anregung des Initiators Klaus Ulrich Schmid gründeten sie den Verein "Cohousing Kaarst" und einigten sich auf künftige Leitlinien. "Damit haben wir eine rechtssichere Form gefunden", sagt Schmid, der auch gleich zum Vorsitzenden gewählt wurde, "auf dieser Grundlage können wir in den nächsten Schritten eine Planungs- und eine Baurealisierungsgesellschaft gründen." Vorher jedoch sei unbedingt die Grundstücksfrage zu klären, gibt Schmid zu bedenken. Wegen einer passenden Fläche für die vorgesehene Gemeinschafts-Wohnanlage sind er und seine Mitstreiter bereits in Kontakt mit Bauträgern und der Stadt. "Einige von uns hängen an Kaarst und möchten das Cohousing-Projekt sehr gerne hier verwirklichen, aber Priorität hat die zeitnahe Umsetzung - notfalls eben auch in benachbarten Städten, etwa Korschenbroich oder Neuss", fasst Schmid eines der Beratungsergebnisse zusammen, das ihn selbst überrascht hat.

Eine andere wichtige Entscheidung: Die künftigen Bewohner wollen sich selbst verwalten und auch auf lange Sicht bestimmen, wer in der Gemeinschaft wohnen soll. "Das wirkt sich auf die Wahl einer Rechtsform aus", erklärt Schmid, "bislang hatten wir eine Wohneigentümergemeinschaft bevorzugt, doch das könnte im Fall einer Erbschaft bedeuten, dass die Übrigen keinen Einfluss darauf haben, wer neu hinzukommt." Diese Gründe sprächen eher für die Form einer Genossenschaft. Ob die Vereinsmitglieder diese selbst gründen oder sich in eine bereits existierende Genossenschaft integrieren wollen, sei noch zu diskutieren.

Deutlich fiel auch das Bekenntnis zum gemeinsamen Wohnen unterschiedlicher Generationen aus: "Das ist zwingend. Wir wollen uns nicht ein Altenheim selbst bauen, sondern möglichst attraktiv für junge Familien sein", betont Schmid, "dafür wiederum ist die Lage der Wohnanlage mit guter Infrastruktur, Nähe zu Schulen und Öffentlichem Personennahverkehr sowie Betreuungsangeboten für Kinder entscheidend." Da junge Paare und Alleinerziehende oft über geringe Geldmittel verfügten, müssten zudem unbedingt Wohnungen zur Miete zur Verfügung stehen.

(susa)
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