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Kaarst
Neues Baugebiet für etwa 120 Wohnungen

Kaarst: Neues Baugebiet für etwa 120 Wohnungen
Das Baugebiet an der Karlsforster Straße gilt als eine der letzten Baulandreserven im Norden der Stadt Kaarst. FOTO: Anja Tinter
Kaarst. Im Planungsausschuss stritten die Politiker über die Ausgestaltung eines Architektenwettbewerbs für das Baugebiet Karlsforster Straße. Der Verwaltungsvorschlag für 100 bis 120 Wohnungen (maximal 150) setzte sich durch. Von Rudolf Barnholt

Der Bereich zwischen der Karlsforster Straße, dem Wirtschaftsweg An der alten Landwehr, dem Jungfernweg und dem rückwärtigen Bereich der Bebauung an der Roseggerstraße gilt als eine der letzten großen Baulandreserven im Kaarster Norden. Dass vier Architekturbüros zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen werden sollen - darüber herrschte schnell Einigkeit im Planungsausschuss. Aber was im Detail in den Auslobungsunterlagen stehen soll - darum wurde erbittert gerungen. Es gab zwei Streitpunkte: Während die Verwaltung vorgeschlagen hatte, zwischen 100 und 120 Wohneinheiten, maximal jedoch 150 vorzusehen, wollte das Fünferbündnis auf jeden Fall 150 Wohneinheiten. Noch umstrittener war der Wunsch des Fünferbündnisses, eine fünfstöckige Bebauung plus Staffelgeschoss in unmittelbarer Nähe der bestehenden achtgeschossigen Häuser zuzulassen. Es kam zu leidenschaftlichen Debatten, einer Sitzungsunterbrechung, einer geheimen Abstimmung und zu einem überraschenden Ergebnis angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Ausschuss. Der Verwaltungsvorschlag wurde mit großer Mehrheit angenommen, die SPD stimmte dagegen, die Vertreter der FDP enthielten sich. Neun Mitglieder sprachen sich gegen den Antrag des Fünferbündnisses aus, sieben waren dafür, bei einer Enthaltung.

"Das hat mit Städteplanung nichts mehr zu tun, sondern mit Ideologie. So eine Bebauung habe ich zuletzt in meinem Kuba-Urlaub gesehen." So charakterisierte Thorsten Schmitter (CDU) die Idee eines fünfstöckigen Baus mit Staffelgeschoss. Claudia Köppe (Die Grünen) wollte den Planern größtmögliche Freiheit geben. Man solle ihnen die Chance geben, mit ihren Planungen zu überraschen. Bodo Korzeniewsky (CDU) konnte dem nichts abgewinnen: "Mir fehlt die Fantasie, mir vorzustellen, wie ein Architekt es schaffen soll, dass ein sechsstöckiges Haus nicht wie ein sechsstöckiges Haus aussieht." Lars Christoph (CDU) kritisierte das Fünferbündnis: "Sie wischen alles weg, was im Rahmen der Bürgerbeteiligung gewünscht wurde."

Die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart wies auf Knackpunkte hin: "Bei fünf Geschossen plus Staffelgeschoss gelten andere Klassifizierungen, zum Beispiel für den Brandschutz. Außerdem müssen mehr Parkplätze vorgehalten werden." Anne Thiele (SPD) ruderte daraufhin zurück: "Vier Geschosse plus Staffelgeschoss", lautete ihr Kompromissvorschlag nach einer Sitzungsunterbrechung. Die CDU war davon nicht zu begeistern - sie beantragte geheime Abstimmung.

Das Plangebiet kann über eine Fortführung der Heinrich-Lübke-Straße, über die Karlsforster Straße und über die bereits bebaute Stichstraße der Karlsforster Straße erfolgen. Gebaut werden sollen Einfamilienhäuser und Doppelhäuser, aber auch Geschosswohnungsbau. Und an eine großzügige und verbindende Grünplanung ist auch gedacht.

Quelle: NGZ
 
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