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Kaarst
Neues Flüchtlingsheim ist jetzt bezugsfertig

Kaarst: Neues Flüchtlingsheim ist jetzt bezugsfertig
Bürgermeisterin Nienhaus (2.v.l.), die Dezernenten Semmler (l.) und Burkhart sowie Bauunternehmer Peters vor dem neuen Wohnheim. FOTO: G. Salzburg
Kaarst. Ab der kommenden Woche soll das Wohngebäude für soziale Zwecke neben dem städtischen Bauhof nach und nach belegt werden. Von Susanne Niemöhlmann

Das war eine zeitliche Punktlandung: Bis Ende Mai sollte "die städtische Unterkunft für soziale Zwecke" Am Bauhof bezugsfertig sein. Gestern, am 31. Mai, konnte der Neubau der Öffentlichkeit vorgestellt werden - schlüsselfertig und besenrein. Ab der kommenden Woche sollen in den insgesamt 19 Zwei-Raum-Wohnungen nach und nach die künftigen Bewohner Einzug halten. Neben Vertretern der Verwaltung und des Bauträgers sowie einigen Ratsmitgliedern waren gestern auch Anwohner, künftige Nachbarn und weitere Interessierte gekommen, um sich ein eigenes Bild von dem zweigeschossigen Wohngebäude zu machen. Das präsentierte sich schon von außen recht ansprechend mit einer Verkleidung aus vorgegrautem Douglasienholz und lindgrünen Putzflächen, die die Fassade optisch etwas auflösen.

"Hier kann man wirklich guten Gewissens Menschen unterbringen", war beim Gang durch die Appartements - acht davon barrierefrei, eines sogar rollstuhlgerecht - zu hören. Ex-Feuerwehr-Chef Herbert Palmen registrierte sofort die Rauchmelder in den Fluren und die zweite Treppe als zusätzliche Fluchtmöglichkeit aus dem Obergeschoss. Eine schlichte Grundausstattung mit Mobiliar stellt die Stadt, sofern gewünscht. "Das ist die erste feste Unterkunft für Neubürger, die in dieser Weise errichtet wurde", sagte Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus im Inneren des langgestreckten Gebäudes, das in einer Rekordzeit von gerade einmal drei Monaten von der Kaarster Firma Petershaus aus vorproduzierten Holzelementen fertiggestellt wurde. "Damit macht die Stadt einen großen Schritt weg von der Notunterkunft. In den kleinen Wohneinheiten ist Privatsphäre möglich." Der Vorster Wald nur wenige Schritte entfernt, der Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr gleich vor der Haustür, ausreichend Einkaufsgelegenheiten jenseits des Nordkanals - Nienhaus wusste einige Vorteile der neuen Wohnlage aufzuzählen.

Insgesamt sollen bis zu 76 Menschen auf den gut 1000 Quadratmetern Wohnfläche untergebracht werden. "Wir werden das Gebäude nicht auf einen Schlag komplett belegen, sondern sehr ausgesucht und nur peu à peu", berichtete Sozialdezernent Sebastian Semmler. Um mögliches Konfliktpotenzial von vornherein zu vermeiden, wolle die Verwaltung darauf achten, dass die künftigen Nachbarn zueinander passten. "Auch wollen wir nicht ausschließlich Familien mit Kindern, die bereits den Kindergarten oder die Schule besuchen, hier unterbringen", stellte er klar, "es ist ja nicht notwendig, Doppelstrukturen aufzubauen." Denn das neue Flüchtlingsheim weist eine Besonderheit auf: Räumlichkeiten für eine professionelle Kinderbetreuung, für die sich bereits ein externer Trägerverein gefunden hat. Ulrike Nienhaus: "Oft sind die Kinder durch Fluchterlebnisse traumatisiert und können nicht gleich einen Regelkindergarten besuchen, sondern müssen erst behutsam herangeführt werden."

Quelle: NGZ
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