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Kaarst
Neues Konzept für Bürgerfrühschoppen

Kaarst. Vereine sollen sich mit bewegten Bildern vorstellen, Infostände und Stellwände sollen sie nicht mehr aufbauen dürfen. Die Stadt begründet das neue Konzept vor allem mit Sicherheitsaspekten. Einige Vereine reagieren verärgert. Von Rudolf Barnholt

Beim nächsten Bürgerfrühschoppen im Albert-Einstein-Forum wird sich einiges ändern. Das hat im Vorfeld für Unzufriedenheit bei einigen Vereinen geführt, die sich nicht mehr in gewohnter Form werden präsentieren können. Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass ein Verein auf seine Teilnahme verzichtet habe. Sie selber stehe hinter dem neuen Konzept.

Heinz Schiefer, der über Jahre das Ratsbüro geleitet hat, war bislang auch für die Organisation des Bürgerfrühschoppens zuständig. Er ist seit wenigen Tagen Ruheständler. Dieter Güsgen, für Stadtmarketing und Kultur zuständig, hat diese Aufgabe jetzt übernommen - und einige Änderungen eingeführt. "Bislang hatten die Vereine sehr viele Stellwände aufgebaut, um ihre Arbeit zu präsentieren. Das wird es in dieser Form nicht mehr geben", erklärte Güsgen. Die Änderung habe er eingeführt, um für den Fall der Fälle Fluchtwege freizuhalten. In den vergangenen Jahren seien die Bürgerfrühschoppen zu bestimmten Zeiten extrem gut besucht gewesen.

Güsgen setzt mehr auf bewegte Bilder: Er hat alle Vereine angeschrieben und auf die Änderungen aufmerksam gemacht. Und er hat die Vereine gebeten, ihm Material zur Verfügung zu stellen: Diese Informationen werden dann während des Bürgerfrühschoppens auf Leinwände projiziert. Statt Tische und Stellwände wird es jetzt Stehtische geben mit ausreichend Platz für ein paar Vereinsbroschüren.

Leo Erdtmann, Vorsitzender der SG Kaarst, ist enttäuscht, wird aber den Bürgerfrühschoppen trotzdem besuchen - als normaler Besucher. "Ich habe keine Lust, mich an einen Stehtisch zu stellen mit dem Vereinswimpel drauf", erklärte Erdtmann und fügte hinzu: "Wir hatten immer einen wunderbaren Stand, sind immer mit sehr vielen Menschen in Kontakt gekommen. Das war eine gute Sache."

Dieter Güsgen verspricht, das neue Konzept kritisch zu betrachten: "Was zu verbessern ist, wird verbessert." Für die Stadt werde es keine "Extrawurst" geben - sie hatte bislang auch immer einen eigenen Stand. Dass sich der neue Bürgerfrühschoppen deutlich aufgeräumter präsentieren werde, habe vor allem mit der Sicherheit der Besucher zu tun. "Das neue Konzept ist offener, im Mittelpunkt steht der Jahresrückblick, die entsprechenden Bilder werden auf die Kinoleinwand projiziert", verspricht Güsgen. Es wird aber längst nicht alles neu sein: Für den Stadtsportverband beispielsweise wird sich nichts ändern. Der Vorsitzende Axel Volker freut sich, dass sein Verband wieder im Eingangsbereich anzutreffen sein wird, nämlich da, wo normalerweise die Eintrittskarten verkauft werden. Bürgermeisterin Ute Nienhaus weist darauf hin, dass sich längst nicht alles ändern wird: "Der Partnerschaftsverein La Madeleine wird mit seinem Bistro vertreten sein, wir erwarten wie in den Vorjahren ebenso die Kaarster Karnevalisten wie die Sternsinger." Für die Musik sorgt nicht mehr nur "Swing o.k.": Erstmals wird jetzt auch die Formation "VIERbesetzt" mit im Boot sein. Dieter Güsgen geht davon aus, dass mindestens so viele Besucher kommen werden wie in früheren Jahren.

Quelle: NGZ
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