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Kaarst
Neues Rathaus-Duo für soziale Kontakte

Kaarst: Neues Rathaus-Duo für soziale Kontakte
Susanne Enkel und Gerd Eisenach sind die neuen Mitarbeiter der Stadt Kaarst, die sich ganz explizit um bestimmte Bevölkerungsgruppen kümmern. FOTO: lber
Kaarst. Zwei neue Fachkräfte, 39 und 36 Jahre alt, kümmern sich bei der Stadt Kaarst künftig vor allem um Senioren und um Flüchtlinge. Von Elisabeth Keldenich

Die Stadt Kaarst reagiert auf die drängendsten Probleme der Gegenwart - Entwicklung der Altersstruktur und Zustrom von Flüchtlingen - mit zwei neuen Stellen. Bereits seit 1. Juni arbeitet Gerd Eisenach (39) als "Arbeiter für Senioren", wie er sich selbst nennt, im Bereich Schule, Sport, Soziales und Senioren. Susanne Enkel (36) unterstützt als "Fachkraft für Psychosoziale Betreuung" alle Anliegen von Flüchtlingen. Bürgermeister Franz-Josef Moormann durchbricht mit den beiden Kollegen den Altersaufbau der Behörde. "Durch die Überrepräsentation höherer Jahrgänge bevorzuge ich jüngere Leute", erklärt er.

Der "Sozialplan Alter" bringe große Anforderungen an Fachpolitik, Seniorenarbeit und an die Gesamtlage der Stadt mit mehr als 30 Prozent Einwohner über 60 Jahre mit sich. Diesen stellt sich Diplom-Verwaltungswirt Eisenach, der zuvor 13 Jahre in Düsseldorf beschäftigt war. Seit sechs Jahren wohnt der zweifache ledige Vater in Kaarst, wo er sehr angekommen sei.

Aus freien Stücken habe er sich auf die Stelle beworben. "In den ersten sechs Wochen habe ich zunächst per Schreibtischarbeit eine Ist-Analyse betrieben", erläutert er. Er möchte nun ein Netzwerk knüpfen und wird ab morgen alle Senioreneinrichtungen der Stadt besuchen.

"Mein Ziel ist es, fundierte Inhalte weiterzugeben und Fragen beantworten zu können", erklärt Eisenach. Für den noch zu wählenden Seniorenbeirat und den Arbeitskreis Senioren wird er als Bindeglied den Kontakt zur Verwaltung herstellen. Eisenach schätzt jetzt schon den sympathischen Kollegenkreis. Aus seinem familiären Umfeld schöpft er aus einem reichem Erfahrungsschatz im Umgang mit alten Menschen und so hofft er: "Das wird mir zugute kommen."

Susanne Enkel ist studierte Heilpädagogin. Sie lebt in Neuss und arbeitete bisher im Familienzentrum in Düsseldorf. "Die neue Stelle ist eine große Chance für mich", verrät sie. In ihrem neuen Team fühlt sie sich wohl. Bei der Arbeit ging sie gleich zur Sache: Sie nahm Kontakt zum Ökumenischen Arbeitskreis Asyl unter der Leitung von Ute Walter auf, meldete ein Neugeborenes beim Standesamt an und half bei der Eröffnung eines Bankkontos. "Die Flüchtlingsfamilien sollen sich sicher und aufgehoben fühlen", sagt sie. Die Menschen seien für jede Hilfe und Begleitung dankbar.

Bürgermeister Moormann befürwortet es, die Flüchtlinge "angemessen und vernünftig aufzunehmen". In diesem Jahr seien schon 110 von ihnen angekommen, und in der zweiten Jahreshälfte werden es sicher noch einmal so viel. Karl-Heinz Tives, Abteilungsleiter Sport und Soziales der Stadt Kaarst, spricht von einem "Strauß an Aufgaben" für Susanne Enkel. 240 Flüchtlinge aus 32 Nationen in vier Unterkünften brauchen eine breite Unterstützung. Dazu gehören Hilfe bei der Unterbringung von Kindern in Kindergarten und Schule, Förderung von interkulturellen Kontakten, Vermittlung von Tätigkeiten und Wohnungen und die Bewältigung von Traumata.

Quelle: NGZ
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