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Kaarst
Neupriester will aus Kaarst nicht weg

Kaarst. Zur Primiz schenkte die Martinus-Gemeinde Alexander Krylov ein Gewand.

Es war ein weiter Weg vom Geburtsort in Russland über das Leben eines Wissenschaftlers in Berlin bis hin zur Priesterweihe am 3. Juni in Köln durch Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki: Alexander Krylov, jetzt Kaplan, strahlt, wenn er von der Weiheliturgie und seiner Primizmesse in Sankt Martinus wenige Tage später erzählt. "Eine Woche vor der Weihe durften wir fünf Kandidaten eigentlich nur noch schweigen, was nicht ganz geklappt hat", sagt er schmunzelnd. "Vor Beginn der Liturgie waren wir alle aufgeregt und hörten, wie sich der Dom füllte. Als wir in unseren weißen Gewändern mit brennenden Kerzen am Altar standen, wurden wir ruhiger", erinnert er sich.

"Wie im Traum" habe er alles erlebt. "Einer der berührendsten Momente war sicherlich die Handauflegung aller 140 Priester, die anwesend waren", erklärt Krylov. Seine erste Messe in Sankt Martinus sei nicht weniger bewegend gewesen. Die Gemeinde habe ihm ein Primizgewand geschenkt und das anschließende Fest sei von muslimischen Flüchtlingen, die regelmäßig zum Kirchencafé kommen, organisiert worden. "Das ist wahre Integration und Akzeptanz, schließlich sind das alles Muslime", sagt er.

Er freute sich auch über die Anreise zahlreicher früherer Kollegen aus Berlin zu diesem festlichen Anlass. Gleichsam als Abschluss seines "ersten" Lebens erschien in derselben Woche das Werk "Handbuch zur Europäischen Wirtschaftsethik", für das Alexander Krylov als Herausgeber verantwortlich zeichnet. "Ein perfekter Zeitpunkt", findet Krylov, der sich mit Begeisterung seinem priesterlichen Dienst widmet. "Ich habe so viel Gnade erfahren, die ich jetzt weitergebe", sagt er, das zeigt sich für ihn vor allem beim Primizsegen, den er noch ein ganzes Jahr lang spenden darf.

"Am liebsten bliebe ich für immer in Kaarst, wo ich mich sehr wohlfühle", verrät Krylov, der seit knapp zwei Jahren hier lebt. Aber nach seinem ersten Jahr als Kaplan wird er die Stelle wechseln. "Ich mache keine Pläne mehr, ich lege alles in Gottes Hände", so der Geistliche. Dazu passt sein Primizspruch "Deus semper major" - "Gott ist größer".

(keld)
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