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Kaarst
Nordkanalverband wartet auf Gutachten

Kaarst: Nordkanalverband wartet auf Gutachten
Nach 15 Jahren an der Spitze hörte Franz-Josef Moormann nun auf. Als seine Nachfolgerin wurde Ulrike Nienhaus gewählt. FOTO: NGZ-Foto anja Tinter
Kaarst. Voraussichtlich am 5. Oktober liegt ein Zwischenbericht zum Gutachten über die Entschlammung des Nordkanals vor. An der Spitze des Verbandsauschusses hat Ulrike Nienhaus ihren Vorgänger Franz-Josef Moormann abgelöst Von Rudolf Barnholt

Was war in den Sitzungen des Wasser- und Bodenverbandes gestritten worden: Haupt- und Dauerthema war und ist die Entschlammung des Nordkanals. Die konstituierende Sitzung des neuen Verbandsausschusses war jetzt geprägt von einem ungewohnt hohen Maß an Harmonie. Ebenfalls ungewöhnlich: Geleitet wurde die Sitzung ein letztes Mal von Alt-Bürgermeister Franz-Josef Moormann. Für ihn gab es zum Abschied kleine Präsente und großes Lob. Spätestens am 5. Oktober holt die Mitglieder wieder die Wirklichkeit ein: Dann findet ein Termin bei der Bezirksregierung statt. Dabei geht es auch und vor allem um das Gutachten über den Nordkanal. Am 5. Oktober wird es voraussichtlich einen Zwischenbericht über das Gutachten geben, von dem eine Aussage zu einer möglichen Entschlammung erwartet wird.

Mit Ulrike Nienhaus gibt es jetzt erstmals eine Verbandsvorsteherin. Die Wahl ging in wenigen Sekunden über die Bühne, die Kaarster Bürgermeisterin wurde einstimmig gewählt. Einstimmig erfolgte auch die Wahl von fünf Vorstandspersonen: Aus Kaarst kommen Bürgermeisterin Niienhaus, Volker Schöneberg und Josef Rütten, aus Neuss Gerd Eckers und aus Korschenbroich Thomas Kochs. Zum ersten und zweiten stellvertretenden Vorstandsmitglied wurde die Technische Beigeordnete der Stadt Kaarst, Sigrid Burkhart und der Korschenbroicher Tiefbauamtsleiter Christoph Herchner gewählt.

Der Leiter des Kreisumweltamtes, Norbert Clever, sprach die Grundwasserproblematik an und machte dem Verbandsausschuss mit einem Zitat von Angela Merkel Mut: "Wir schaffen das!" "Sie sind zu einem wahren Urgestein des Verbandes geworden", sagte er zu Franz-Josef Moormann, der im Jahre 2001 Verbandsvorsitzender geworden war. Clever erinnerte daran, dass die Diskussion um die Entschlammung des Nordkanals oft sehr emotional geführt worden sei. Aber Moormann habe die Diskussionen stets versachlicht.

Der hofft, dass der von der Bezirksregierung beauftragte - und bezahlte - Gutachter zu dem Ergebnis kommt, dass eine Entschlammung des Nordkanals zu empfehlen ist. Moormanns Nachfolgerin Ulrike Nienhaus verriet, dass sie einen besonderen Bezug zum Nordkanal hat: "Er verläuft hinter dem Haus meiner Eltern." Und: "Seit 2002 war ich bei der Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde an den Gesprächen beteiligt."

Klaus-Dieter Pruss, Vorsitzender der Bürgerinitiative Grundwasser Kaarst weiß, dass die Bezirksregierung vorrangig an einer Verbesserung des ökologischen Gleichgewichts interessiert ist. "Ich gehe davon aus, dass die Entfernung von verunreinigtem Schlamm zu einer Verbesserung der ökologischen Situation führen wird", erklärte Pruss gegenüber der NGZ.

Eine Senkung des Grundwasserpegels, von der der Erftverband nach einer Entschlammung ausgehe, wäre somit ein angenehmer Nebeneffekt, aber für Landesumweltminister Johannes Remmel nicht der Hauptgrund, sollte die Entschlammung tatsächlich erfolgen.

Quelle: NGZ
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