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Kaarst
Organisierter Fahrradklau an Schulen

Kaarst: Organisierter Fahrradklau an Schulen
Die Täter am GBG hatten es auf neue, hochwertige Räder abgesehen und waren professionell ausgerüstet. FOTO: dpa
Kaarst. Am Georg-Büchner-Gymnasium häufen sich seit einigen Wochen die Fälle von Fahrraddiebstählen. Die Täter sind offenbar keine Gelegenheitsdiebe, gehen vielmehr geplant und gut organisiert vor. Die Polizei setzt auf Vorbeugung. Von Susanne Niemöhlmann

Acht gestohlene Fahrräder in kaum drei Wochen - was auf den ersten Blick unspektakulär wirken mag, bekommt eine ganz andere Bedeutung, wenn es in Relation gesetzt wird. "Das entspricht der Anzahl der Räder, die sonst im ganzen Jahr am Georg-Büchner-Gymnasium gestohlen werden", hat Polizeisprecherin Diane Drawe auf Nachfrage unserer Redaktion recherchiert, "von daher ist das tatsächlich eine Steigerung." Was dem Fahrradklau an der Schule Am Holzbüttger Haus eine besondere Note gibt: Der Diebstahl besitzt eine ganz neue Qualität - er ist geplant, gezielt und gut organisiert.

"Da gehen Leute sehr professionell vor, sind mit entsprechendem Werkzeug ausgestattet und stehlen ausnahmslos neue und hochwertige Fahrräder sogar aus dem Fahrradkeller", berichtet Volker Werker, Schulleiter des Georg-Büchner-Gymnasiums. Die Täter müssten also recht gut Bescheid wissen, zu welchen Zeiten der Fahrradkeller überhaupt offen ist. Mit den Hausmeistern hat er zwar vereinbart, die Schließzeiten auszudehnen, doch: "Einige Schüler der Oberstufe nehmen in manchen Fächern am Unterricht des Albert-Einstein-Gymnasiums teil, mit dem wir kooperieren, und brauchen darum ihre Räder zwischendurch", erklärt Werker nur ein Problem. "Wir haben diesen Schülern empfohlen, ein altes, aber verkehrstüchtiges Rad vor Ort zu halten."

Nachdem monatelang Ruhe geherrscht hätte, häuften sich nun die Fälle, sagt Werker, der sich dieser Entwicklung "relativ machtlos" gegenüber sieht. "Wir raten den betroffenen Schülern und Eltern dringen, Anzeige zu erstatten". Auch am Albert-Einstein-Gymnasium gebe es derzeit "wieder so eine Welle", sagt Schulleiter Bruno von Berg auf Nachfrage, genaue Zahlen kennt er nicht. "Vor ein paar Jahren hatten wir das schon mal." Da könne "nur eine gescheite Überwachung" helfen. Doch wie soll die aussehen? Den Einsatz von Videokameras, wie es zuweilen angeregt werde, hält Werker für zu teuer und juristisch problematisch. Die Polizei setzt zur Vorbeugung auf den verstärkten Einsatz uniformierter wie ziviler Streifen rund um die Schulen. "Die Polizei ist aktiv vor Ort", versichert Diane Drawe, die jedem Fahrradbesitzer zudem rät, vor allem bei hochwertigen Bikes nicht am Schloss zu sparen. "Die Faustregel ist, dass man zehn Prozent des Fahrradwerts in ein Schloss investieren sollte", sagt sie. Ihr Appell: verdächtige Beobachtungen direkt telefonisch unter 110 melden - nicht erst am Tag darauf.

Ebenfalls sinnvoll: das Rad codieren lassen. "Das wirkt abschreckend und erleichtert die Fahndung", erklärt Drawe, "bei Fahrrad-Kontrollen im Straßenverkehr oder nach dem Auffinden von Rädern lassen sich diese leichter zuordnen." Darum hat Volker Werker mit den Kaarster Polizeibeamten vereinbart, kurz nach den Sommerferien eine Codier-Aktion am GBG zu organisieren. "Das wäre vielleicht auch für uns eine interessante Alternative", sagt Bruno von Berg.

Quelle: NGZ
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